Lena Selyanina - Oi Da Ne Vecher

Date 2009-05-09

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Es war einmal in Russland …



Lena Selyanina kommt aus Russland, lebt gerade in Helsinki, Finnland und ist eigentlich dafür bekannt, dass sie zusammen mit Doc, einem finnischen Ambient-Produzenten, sehr ruhige elektronische, ein wenig an klassische Kompositionen von Debussy erinnernde, Musik macht. (Was für ein Satz ;) Allerdings hat Lena auch eine jahrelange Ausbildung als klassische Pianistin genossen, denn bereits mit fünf Jahren fing sie an auf dem Klavier klassische Musik zu spielen, eine Fähigkeit, die sie auf dem Konservatorium in Saratow noch verfeinerte und mit der sie auch heute noch die Welt erfreut, wie man auf Ihrer Myspace-Seite hören kann.

Mit “Oi Da Ne Vecher” liefert sie zum ersten mal eine Single ab, auf der sie als Sängerin tätig wird. Dieses Stück ist eine wunderschöne Bearbeitung eines alten Kosakenliedes. Ich hatte in der DDR zwar acht Jahre lang Russisch-Unterricht gehabt, aber leider nie einen Russen getroffen, mit dem ich ein bisschen Konversation hätte treiben können, und so reichen meine mittlerweile rudimentären Kenntnisse dieser wunderschönen Sprache mittlerweile nicht mal mehr aus, die Überschrift des Liedes zu verstehen. Freundlicherweise erklärte mir Lena, was “Oi Da Ne Vecher” bedeutet:

Lena: “Oi Da Ne Vecher” ist ein poetischer russischer Ausdruck, der ungefähr so viel wie “Eines Abends … ” meint. Viele russische Volkslieder beginnen mit “Oi da …”. Es ist eine alte Art und Weise eine Geschichte zu beginnen.

Warum hast Du diesen Track unter der sehr freien Lizenz Creative Commons Namensnennung 3.0 Unported veröffentlicht? Hast Du keine Angst vor freeridern, die aus Deiner Musik nutzen ziehen ohne Dir etwas dafür zu geben?

Lena: Ich mache meine Musik vor allem weil ich Musik und Kunst liebe. Es ist super prima für mich, wenn andere Menschen meine Musik in ihren Videos oder Filmen verwenden und ich bin mehr als froh, wenn sie meine Lieder mit ihren Freunden oder anderen Hörern teilen. Wir sind alle freerider der langen Tradition klassischer Musik. Wir bekommen so viel umsonst von den alten Meistern, warum soll man also, schon aus Dankbarkeit für das was wir empfangen haben, nicht auch etwas Gutes geben?

Wirst Du auch in Zukunft Musik machen und diese auch unter freien Lizenzen veröffentlichen?

Lena: Ich will nicht ausschließen, dass ich irgendwann mal gegen Bezahlung komponiere, beispielsweise für Filme, wenn das jemand von mir möchte. Aber jegliche Musik wird aus purer Inspiration und Genuss (und manchmal auch aus Leiden) am Schaffen geboren und ich werde auch in Zukunft unter CC-Lizenzen veröffentlichen. Dankbarkeit und interessantes Feedback von Hörern und meinen Fans sind mein größter Lohn.

Was hattest Du als Musikerin bisher für ökonomische Erfahrungen? Wovon lebst Du, wenn nicht von Deiner Musik?

Lena: Ich habe bisher als Musikerin weder mit Auftritten noch mit dem Verkauf von Aufnahmen Geld verdient und denke, dass das in der nächsten Zukunft auch erstmal so bleiben wird. Allerdings verdiene ich mir meine Brötchen seit einigen Jahren als Musiklehrerin. Die Lehrergehälter in Russland müssen für Westler wie ein Witz klingen, man verdient außerhalb großer Städte wie Moskau oder Sankt Petersburg als Lehrer etwa 100 Euro pro Monat – und das bei westlichen Nahrungspreisen. Aber wir Russen sind Überlebenskünstler und ich habe mit meinem Gehalt eben auch überlebt.
Vor einem Jahr bin ich nach Finnland gezogen und bin hier sogar als “Hausfrau” reicher als beispielsweise Franz Schubert war. Im materiellen Sinne ist also alles zum Besten bestellt. Und wahrer Luxus ist das kleine aber feine Heimstudio, das wir hier haben und in dem ich soviel Musik aufnehmen kann wie ich will, ohne künstlerische Kompromisse machen zu müssen und diese Musik dann sofort der ganzen Welt zugänglich machen kann.

Spielst Du alle Instrumente selber? Welche Instrumente nutzt Du überhaupt?

Lena: Ich spiele alle Instrumente (d.h. Keyboards) selber. Um die Drums und die Soundeffekte kümmert sich mein Produzent und musikalischer Partner Doc. Momentan habe ich ein Yamaha C6 Grand Piano, ein Yamaha Clavinova CVP-208 und einen Roland Juno-G Synthesizer. Ich lerne auch Akkordion und Violine. Bis ich auf diesen beiden Instrumenten so gut bin, dass ich sie aufnehmen kann, brauche ich allerdings noch eine Weile.

Wie hast Du das hin bekommen, dass Deine Stimme auf “Oi Da Ne Vecher” wie ein Chor klingt?

Lena: Durch meine Ausbildung auf dem Konservatorium und durch einige Jahre Singen im Kirchenchor kann ich gut singen und Harmonien für Stimmen entwickeln. Auf “Oi Da Ne Vecher” singe ich an manchen Stellen bis zu fünf Stimmen. Diese habe ich Stimme für Stimme im Multitrack-Verfahren aufgenommen. Manche stimmen habe ich verdoppelt und manche gar verdreifacht um einen stärkeren Chorklang zu bekommen. Ich denke der ganze Song besteht aus etwa 120 einzelnen Tracks. Zum Glück musste ich mich nicht um die technische Seite kümmern, sondern konnte mich auf das Singen und Spielen konzentrieren! :-)

Lena Selyanina – Oi Da Ne Vecher

Ehma - Valsade

Date 2008-10-12

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Freie Melodien à la Amélie

Was Yann Tiersen kann, das kann der 1968 geborene Emmanuel Codden alias Ehma schon lange. Leichtfüßig und wunderschön kommen seine Klaviermelodien daher und verzaubern jeden der das möchte.
Der Belgier hat mittlerweile schon sechs Alben veröffentlicht – alle unter der Licence Art Libre – und stellt Sie unter anderem auf seiner Homepage, bei Dogmazic oder auf Jamendo zum freien Download zur Verfügung.

Torsten: Warum hast Du Deine Songs unter eine freie Lizenz gestellt und wieso hast Du Dich dabei für die sehr liberale Licence Art Libre entschieden?

Ehma: Ich glaube, dass Wissen mehr Wert bekommt, wenn man es teilt. So denke ich, dass z.B. GNU/Linux die beste Möglichkeit für Freiheit in der Welt der Computer ist. So ist es für mich ganz klar, dass ich eine der liberalsten Lizenzen wähle um meine Werke zu veröffentlichen.

Torsten: Ist Musik Dein Beruf oder wovon sonst lebst Du?

Ehma: Jetzt arbeite ich als Informatiker, aber ich war eigentlich mal Fotograf. Musik ist für mich kein Geldverdienst, sondern einfach ein Platz um bei mir selbst zu sein.

Ehma – Valsade

Gonzo Gonzales - Nussbossa

Date 2008-06-11

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“No nuts – no glory!”

Im Jahr 1999 haben sie abgelegt zu neuen Ufern. Sie jazzen, sie improvisieren, sie schreien und sie grooven. Mittlerweile haben die drei Musiker aus dem nahe dem Schwarzwald gelegenen Freiburg im Breisgau gemeinsam mit einigen Gastmusikern zwei Alben aufgenommen und unter freien Lizenzen veröffentlicht und ein drittes ist in der Röhre. Da bleibt kaum Zeit um auf die Jagd oder zum Holzfällen zu gehen, oder was machen die Leute von Gonzo Gonzales aus Freiburg im Breisgau sonst noch so?

Dr. Gonzo: “Nee, sonst machen wir nix anderes als Musik. Vieles liegt auf auf dem Ruhesessel und will gehört werden – weist ja selber wie’s is.”

Während ihr erstes Album “Nothing but Gonzo” aus dem Jahr 2003 den Soundtrack für einen sommerlichen Kopfausflug nach New York liefert, – wo es, nebenbei bemerkt, ein prima Nussgeschäft mit dem Namen “Nuts for nuts” gibt – kommt ihr zweites Album “GONZO GOA LIVE-Psychedelic Jazz Vibes” aus dem Jahr 2006 mit einer Art handgemachtem unplugged Jazz-Goa daher.


Doch warum nutzen die Gonzos überhaupt freie Lizenzen um ihre Musik zu veröffentlichen?

Dr. Gonzo: “Wir sind immer offen für neue Plattformen. Greif zu, such dir was aus und halt uns auf dem Laufenden. Die alten Sachen handhaben wir als Freeware – Lizenzen hin und her. Die neusten Sachen warten quasi noch auf die Höhrpremiere.”

Der hier vorgestellte Nussbossa gehört zu den ganz alten Sachen und auch wenn der Sound etwas spooky klingt, so liegt das nicht am Alter der Aufnahmen, sondern am billigen Aufnahmegerät, welches, wie ich finde, der Musik von Gonzo Gonzales einen schönen warmen Klang gibt.


“Nothing but Gonzo” von Gonzo Gonzales



Gonzo Gonzales – Nussbossa

Bell Sparx - Thumbtack

Date 2008-05-07

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Es lebt die deutsch-amerikanische Freundschaft!

Und die vier Jungs von Bell Sparx sind der lebende (ist ja logisch) Beweis dafür. Drei von Ihnen kommen aus den U.S.A. und der vierte Mann kommt aus Deutschland. Mehr als lebendig ist die Musik der Band – das hier vorgestellte Thumbtack frickelt sich mit Biss und Bass nach vorne. Tanzen nicht ausgeschlossen. Autofahren schon gar nicht.

Ich habe den Gitarristen Michael gefragt, ob ich das Liedchen hier podcasten kann:

Michael: “Wir sind geehrt, dass Du Dich für unsere Musik interessierst. Wir alle denken in unserer Band ähnlich über Open Source und GPL und Du bist mehr als willkommen unsere Songs im freemusicpodcast vorzustellen.”

Bell Sparx bestehen aus vier Musiker: Ralph am Schlagzeug, Jens am Bass, Steve am Keyboard und Michael an der Gitarre. Ralph verfolgt tatsächliche eine professionelle musikalische Karriere, während die anderen ihr Geld mit Gelegenheitsjobs verdienen.

Torsten: “Was hat Euch bewegt Eure Songs unter die “Creative Commons – Attribution” zu stellen? Warum habt Ihr nicht eine strengere Lizenz gewählt wie die “Creative Commons – Attribution – No Commercial Use – Share Alike”?

Michael: “Wir haben die “Creative Commons – Attribution” und keine engere Lizenz gewählt, weil Musik für uns ein Geschenk ist, dass wir gerne mit anderen teilen möchten. Ausserdem bilden wir uns ein, kreativ genug zu sein, wenn es darum geht, neue Ideen zu haben, so dass wir eigentlich immer neue Musik machen können und für uns kein Mangel entsteht, wenn wir unsere Musik verschenken.

Natürlich würden wir gerne irgendwann auch etwas Geld mit Musik verdienen, falls sich ein großes allgemeines Interesse an unserer Musik einstellt. Aber eigentlich hat das Geld für uns keine Priorität. Wir sind einfach nur froh zu musizieren und freuen uns noch mehr, wenn die Leute unsere Musik mögen und sich für die Open Source Idee interessieren.”

Jau, das ist so.

Bell Sparx – Thumbtack

Zz Smiley Family - Mysterious lady

Date 2007-11-14

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Direkt aus Bordeaux stammt Helene, die – getarnt als Zz Smiley Family – etwas macht, das man vielleicht als Fusion oder Electro-Trip-Hop bezeichnen könnte, wenn man wöllte.

Doch, Moment. Bordeaux?
Wie ist es dort so?

Helene: Ich kam 1992 hierher um Kunst zu studieren. Es ist eine schöne Ecke Frankreichs. Viele Touristen kommen hier her um sich die alten Kunstschätze anzuschauen.
Hier im Südwesten Frankreichs nimmt man sich Zeit fürs Leben und von der Größe her ist Bordeaux echt menschlich. Genau das was ich brauche. Allerdings sind die Leute hier gestresster als in meiner Heimatstadt Bergerac. Aber es ist immer noch besser als in Paris – eine Stadt, die ich übrigens überhaupt nicht mag.

FM: Warum stellst Du Deine Songs unter eine freie Lizenz und machst sie damit anderen Menschen frei zugänglich?

Helene: Musik ist nicht mein Beruf. Ich habe als Student sieben Jahre lang Bildende Kunst studiert und ich liebe Kunst und Musik sehr. Aber mein Job ist nun mal etwas anderes.
Nach meinem Studium gab es eine Zeit in der ich mich viel mit mir selber beschäftigt habe. Es war eine Zeit in der ich Vieles in Frage gestellt habe.
Und so habe ich herausgefunden, dass ich Kunst mag, aber nicht das System nach dem sie vermarktet wird.

FM: Und wieso nutzt Du die Licence Art Libre und nicht eine der Creative Commons Lizenzen um Deine Lieder zu veröffentlichen?

Helene: Bei meinen Recherchen im Internet fand ich, dass die Licence Art Libre am meisten zu bieten hat. Die Creative Commons Lizenzen kommen mir ein wenig zu restriktiv daher. Ich denke die sind eher für Künstler gemacht, die zu große Angst vor “Piraten” haben.

FM: Was bedeuted “Zz Smiley Family”? Hast Du Dein Projekt so genannt, um in Musik-Foren immer als letzte aufgelistet zu werden?

Helene: Ha ha, gute Frage. Ich denke der Name “Zz Smiley Family” ist eine Zusammenfassung meiner Geschichte. Es ist ein Konzept, welches mein künstlerisches Werk beschreibt. Dabei steht “Zz” für “Zazen” und “Tao te king”.
Das kleine “z” und das große stehen für Komplementäre. “Smiley” ist ein Tribut an die Smileys. Als ich zur Schule ging, ist elektronische Musik gerade populär geworden und wir haben uns diese Musik oft im Radio angehört und überall Smileys gesehen =)
“Family” steht für Teamgeist. Als ich 10-12 Jahre alt war, habe ich am liebsten solche Abenteuerbücher gelesen in denen die Charakter irgendwie in einer Bande waren. Ich mochte z.B. Enid Blytons Buch Fünf Freunde oder Stefan Wolfs Buchserie T.K.K.G von der ich alle Teile besaß.
Und ja. Als ich jung war saß ich immer ganz hinten in der Klasse, gleich am Fenster. Später in der Uni saß ich auch oft hinten bei der Tür um die langweiligen Kurse schneller verlassen zu können.

“Mysterious lady” gefunden auf: Boxson.net
Lizensiert unter der: Licence Art Libre