Warum Frauen zusammen Tango tanzen aber nie mit Männern Fußball spielen

… mit dieser meiner vorletzten Prüfungsfrage in Soziologie beschäftige ich mich gerade und vielleicht – wenn alles gut geht und ich die richtigen Hinweise entdecke – vielleicht finde ich ja auch heraus, warum es Männer gibt, die mit Männern Tango tanzen und mit Frauen Fußball spielen.

Ich vermute, dass Fußball eine wichtige Rolle beim Übergang vom Jungen zum Mann spielt. So denke ich, dass Fußball eine Menge von Nischen für Initiationsriten bereit hält, so z.B. für den Vater, der seinen Filius zum ersten Mal mit ins Stadion nimmt und ihn so überhaupt erst zum Jungen, zum Sohn macht, wie es beispielsweise im Buch “Pitch Fever” von Nick Hornby geschildert wird. Da Frauen bei solchen männlichkeitsbildenden Fußball-Riten überflüssig sind, tauchen sie auch eher selten in Stadien auf.

Warum jedoch Tango in seinen Anfangsjahren überwiegend von Männern getanzt wurde, heute allerdings Ausdruck der Erotik zwischen Mann und Frau ist, bleibt mir vorläufig ein Rätsel. Es gibt u.a. die Meinung1 dass Tango ursprünglich eine Kampfsportart gewesen wäre, bei der eben anfangs der Wettkampf gleichgeschlechtlicher Kontrahenten im Mittelpunkt gestanden hätte. Der Tango wäre also damit eine erotisierte Darstellung des Krieges?
Auch beim Aikido sind mir schon oft die tänzerischen Bewegungen von Uke und Tori (wenn man diese Aufteilung in Angreifer und Verteidiger überhaupt noch so wahrnehmen mag) aufgefallen und Capoeira scheint ja auch eine Verbindung von Kampf und Tanz zu sein. Aber Tango? Wer hätte das gedacht? Mm….

  1. Baltus, René (2009) Tango Argentino: Leidenschaftlicher Kampf und vollendete Kommunikation []

Die Kanadier kaufen Island – Björk, übernimm Du!

Nachdem sich die heißkalte, zwischen Grön- und Schottland liegende, Insel gerade vom Ausverkauf durch korrupte Politiker und Wirtschaftswissende erholt und auch der aschespeiende Vulkan mit dem Namen, den in Europa mittlerweile jeder fehlerfrei rückwärts aussprechen kann, etwas zurückhaltender geworden ist, steht im Land der heißen Quellen nun eine Kombination beider Probleme an: Die Vulkane werden verkauft.

Okay – Vulkane machen Dreck und stinken wie tausend Kläranlagen. “So wozurhölleistdasproblem?”

Der Punkt ist, dass vulkanische Gebiete voller Energie stecken … Continue reading ‘Die Kanadier kaufen Island – Björk, übernimm Du!’

Wand der Ideen

Fotografiert in der SLUB Dresden. (Klicken zum Vergrößern)

Fotografiert in der Sächsischen Staats- und Universitätsbibliothek - Klick zum Vergrößern

Von Tomaten und Piraten

Versteckt hinter Rosenstrauch und Distelkraut liegt die kleine Tomatenplantage.

Nicht ganz legal reifen auf einer Brache in Dresden-Löbtau seit einem Monat ein paar Tomaten. Denn Gott Lob hat uns der Grundstücksnachbar, der uns beim Pflanzen “erwischte”, darüber aufgeklärt, dass uns das Land, das wir da gerade umgegraben hatten, ja gar nicht gehört. Noch bevor ich ihn fragen konnte, was er mit “gehören” meint, kam mir seine schnelle Linke zuvor, der ich allerdings mühelos ausweichen konnte: Er: “Und überhaupt, was pflanzen Sie denn da eigentlich?” – Ich: “Tomaten.” – Er (mein Gesicht mit zusammengekniffenen Augen musternd): “Tomaten, ja?”  … Continue reading ‘Von Tomaten und Piraten’

It’s the end of politische Bildung as we know it (and it’s allright)

In zwei Wochen werde ich meine zweite mündliche Abschlussprüfung haben – nein, ich bin der Prüfling, nicht der Prüfer, ha bloody ha! -  und ein Thema der Prüfung wird “Politische Bildung im Kontext von E-Partizipation” sein.

Nun dämmere ich seit fünf Tagen über Folianten und Atlanten (aka PDF-Dokumenten und Lehrbüchern) und nach fünftägigem Lesen kann ich folgende sechs Thesen hier anschlagen: