I’m in the MOOC for Dancing

MOOC’s (Massive Open Online Courses) sind in meinen Augen ein sehr scharfes (im Sinne von nützlich) aber auch zweischneidiges Schwert: einerseits eine Möglichkeit seine Neugier auf alles Mögliche aufs Gründlichste zu befriedigen und effizient zu lernen – andererseits eine verbindliche Aufforderung an den selbstausbeuterischen Arbeitskraftunternehmer sich selbst zu optimieren. Teilweise sehr renommierte Unis wie Berklee oder Yale bieten zum Großteil kostenlose und interaktive Kurse zu Themen wie „3D-Drucken für Geschäftsführer„, „Einführung in die Klassische Musik„, „Die Italienische Proto-Renaissance bis zum Manierismus“  oder „Islam“ an.

Eine sehr umfangreiche Liste von MOOC’s (geordnet nach allem Möglichen, u.a. nach Sprache) findet sich hier: https://www.mooc-list.com/. Einen MOOC for Dancing gibt es übrigens wirklich. – Mach ich nicht, habe mich erstmal angemeldet für „Developing Your Musicianship„, „Jazz Improvisation“ und „Introduction to Music Production„. Falls ich die Tage nicht mehr anwesend zu sein scheine: Wahrscheinlich hab ich mich kurz mal weggemooct.

Währenddessen am Netto in Gorbitz: http://youtu.be/XR-aBVLrKVk – Irgendwie ungerecht. Und dennoch nur eine andere Form der Opfer- oder Täterschaft.

Lömuweika 2013

Der Löbtauer Musikalische Weihnachtskalender geht heuer in seinen möglicherweise fünften Winter. Mehr gibt’s dazu eigentlich nicht zu sagen. Wer will, macht mit, geht hin, kommt vorbei oder sieht sich’s dann im ARD-Brennpunkt an. Bis dahin gibt’s das Lömuweika-Wiki 2013.

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Wird die mittlerweile verkehrsberuhigte Zentralhaltestelle Kesselsdorfer Straße (hier ein Foto von 1989) in diesem Winter Schauplatz eines Lömuweika-Türchens?

Let’s really write songs now!

In case your formerly sparkling interest in writing songs is still alive, you can check out this dudle to actively help finding a date for the event named „Let’s write songs!“ https://dudle.inf.tu-dresden.de/LetsWriteSongs/

All in all I thought 2-4 hours on a Saturday in May somewhere in Alaunpark or on the Priesnitz should be a good time and place for the workshop, so make your cross: https://dudle.inf.tu-dresden.de/LetsWriteSongs/

My plan for the workshop so far is:

  1. To give a short introduction into songwriting (max 10 mins) wherein I explain two or three tools you can use for writing lyrics.
  2. Then participants can try to write some lyrics, using these tools (or not).
  3. Then participants can exchange the lyrics in order to a) continue writing on others lyrics or b) add some constructive hints on others lyrics (like: „what does that line mean?“ or so).
  4. You could also bring ideas for lyrics you are stuck with or half-finished poems, maybe someone has an idea how to go on with.
  5. Then my plan is running out of petrol but maybe some of you have a hint how to continue then?

Maybe my plan stinks in general and you wanna do it another way? – Great, let’s do it your way!

UPDATE: Wer sich fragt, warum das hier alles auf Englisch steht: bisher haben sich für den lokalen Workshop zum Thema „Lieder schreiben“ in Scheiß-Dresden nur englischsprachige Leute angemeldet. Dennoch: German speakers dürfen auf mitmachen ;)

Alimentäre Praxen

In letzter Zeit wurde ich per E-Mail ab und zu von mir unbekannten Studierenden nach meiner Diplomarbeit gefragt. Okay, es war seit Anfang des Jahres drei Mal.

Viele der Anfragenden (um genau zu sein: zwei) haben einen Hintergrund im Bereich der Sozialen Arbeit und versuchen die Idee der Commons für die Soziale Arbeit nutzbar zu machen. Das freut mich, da ich die Auseinandersetzung mit Gemeingütern in der Sozialen Arbeit für eine wichtige Sache halte. Noch mehr freuen mich diese Anfragen, weil ich in meiner Diplomarbeit durch empirisches Arbeiten zeigen konnte, dass Gemeingüter, deren Diskurs sehr stark durch die Wirtschaftswissenschaft geprägt ist, nicht das non plus Ultra des sozialen Denkens darstellen, sondern, dass Gemeingüter eine wirtschaftswissenschaftlich geprägte Form des Denkens und Sprechens über Soziales darstellen, neben denen viele andere Formen des Denkens und (Nicht-) Sprechens existieren, (Kunst, Soziales, Wahnsinn, politischer Aktivismus, Punk … ) die jedoch mitunter durch wirtschaftliches Denken und Sprechen (z.B. Denken in Gemeingütern, Sprechen über Gemeingüter) kolonisiert werden.

Gerne würde ich meine Diplomarbeit hier veröffentlichen, um den Informationsbeschaffungsaufwand für Neugierige und Interessierte gering zu halten. Bisher habe ich mich allerdings gescheut, das zu tun, weil es trotz Anonymisierung möglich ist, Rückschlüsse auf meine Untersuchungsgegenstände zu ziehen und mir meine Paranoia sagt, dass es da draußen Leute geben könnte, die diese Informationen aus politischen Gründen nutzen.

Damit das nicht passiert und vielleicht dennoch ein bisschen klar wird, worum es in der Arbeit ging und was rauskam, möchte ich hier ein kurzes Essay veröffentlichen:

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Mein Wiki gegen Deinen Blog

Zusammen mit einem Kollegen plane ich gerade eine Live-Diskussion mit Studiogästen auf coloRadio, in der wir gemeinsam die Möglichkeiten der sog. neuen Medien für die Gestaltung von Politik beleuchten wollen.

Vor längerer Zeit hatte ich mich hier im Blog ja auch schon mal mit der Frage beschäftigt, wie Social Software genutzt werden kann, um politische Ziele zu erreichen. Aus dieser Zeit ist mir noch die Zyprexa-Kills-Kampagne in Erinnerung geblieben, bei der die unethischen Geschäftspraktiken der Arzneimittel-Firma Eli Lilly mittels Wiki und Blogs öffentlich gemacht und diskutiert wurden, mit der Konsequenz, dass die Firma 1.2 Milliarden US-$ für Vergleiche an Betroffene zahlen musste. Und auch den StudiVZ-Nutzern ist es seinerzeit gelungen, die Änderung der AGBs von StudiVZ zu ihren Ungunsten mittels StudiVZ rückgängig zu machen. Damals, im Jahr 2008, schien Social Software eine politische Wunderwaffe zu sein: Mit ihrer Hilfe konnte man Korruption aufdecken, Politiker zur Verantwortung ziehen oder sogar absetzen und wichtige Gesetze auf den Weg bringen, kurz: mittels Social Software konnte man das Gute erreichen und das Böse bekämpfen. Alles direkt vom Wohnzimmer-Sessel aus.

Drei Jahre später scheint die Euphorie der Nüchternheit gewichen zu sein: Diskussionen können auch dann unübersichtlich werden und endlos lange dauern, wenn sie mittels Liquid Feedback geführt werden. 100.000 Facebook-Likes führen nicht automatisch dazu, dass Innenstädte lebenswerter werden. Bürger-Blogger konnten den Krieg in Syrien nicht verhindern.1 Und was ist eigentlich aus der Petition geworden, bei der binnen 3 Tagen scheinbar halb Deutschland gegen… äh tja, was war es eigentlich nochmal … gestimmt hat?

Wie steht es im Jahr 2013 mit dem Versprechen, dass die neuen Medien zu einer besseren, bürgerfreundlicheren und partizipativeren Politik führen könnten? Was sind Eure Erfahrungen mit neuen Medien und Politik? Habt ihr mit neuen Medien schon mal Einfluss auf die Politik genommen? Was hat sich durch Euren Blog, Euer Facebook-Konto in der Welt zum Besseren gewendet? Wie konntet ihr durch Kurznachrichten auf Twitter positiv auf Eure Umwelt einwirken?

Oder lenken Euch soziale Netzwerke & Co. eher von sinnvollem und wirkungsvollem Engagement ab? Fühlt ihr Euch von den neuen Medien als Bürger vielleicht sogar unter Druck gesetzt?

Schreibt doch mal, was ihr so denkt und für Erfahrungen gemacht habt. Vielleicht habt ihr ja auch Lust, als Studiogast an der Sendung teilzunehmen? Oder anzurufen?2

  1. Haben sie den Krieg, ohne es zu wollen, in dieser Form vielleicht erst ermöglicht, weil sie die zwischen den Kriegsparteien vermittelnde Beobachtermission der Arabischen Liga mit kritischen Kommentaren unterwanderten? []
  2. Der Termin der Sendung steht zwar noch nicht fest, aber ich würde nochmal Bescheid sagen. []