Elbwalzer

Eigentlich wollte ich nur einen instrumentalen Lückenfüller für ein Liveprogramm schreiben. Nun ist die Lücke a) besser als das Drumherum und b) live für eine One Man Band unspielbar. – Es wird Zeit, dass ich mich nach Musikern umsehe oder mir eine clevere Loop-Lösung ausdenke.

Zu hören sind eine, in den 1930ern von Josef Fischer in Brunndöbra gebaute, Mandolinette, sowie eine Parlour-Gitarre und eine 12-saitige Westerngitarre jeweils von Art & Lutherie. Die Aufnahme und das Mischen erfolgte mit Ardour 4. Den Track habe ich unter CC-BY lizenziert.

Wird die Revolution mit Social Software aggregiert? – Teil 4 von 4 (und Fast-Schluß)


Am Ende der kleinen Reihe „Wird die Revolution mit Social Software aggregiert?“ möchte ich schauen, ob und wie Social Software im Streit um die Dresdner Waldschlösschenbrücke eingesetzt wird – einem Thema welches, nicht nur aber auch, die Dresdner Lokalpolitik der letzten Monate bestimmte.
Dabei interessiert mich besonders, ob der Bau der Waldschlösschenbrücke durch die Nutzung von Social Software beeinflusst wurde bzw. wird.

Da dieses Posting ziemlich lang geworden ist, gibt es am Ende desselben auch eine kleine Zusammenfassung.

Es soll hier also untersucht werden, warum Social Software im Unterschied zu anderen Social Software-Kampagnen im Falle des Dresdner Brückenstreites keine Auswirkungen auf die „reale Welt“ jenseits des Internets hatte. Weiterhin wird versucht herauszufinden, wie eine erfolgreiche Social Software-Kampagne aussehen kann, wobei speziell auf die Erzeugung eines Skandals mit Hilfe von Social Software eingegangen wird. Am Ende der Untersuchung wird ein Szenario entwickelt, in welchem gezeigt wird, wie der ideale Social Software – Waldschlösschenbrückenskandal inszeniert werden könnte.

Hier nun der Bericht im Detail:

Der Einsatz von Social Software im Dresdner Brückenstreit – Oder: Vom Bezahlen mit Spielgeld

Um meine Vermutung zu überprüfen habe ich erstmal nach Social Software – Seiten (also Blogs, Wikis, Sozialen Onlinenetzwerken) gesucht, die sich mit dem Bau der Brücke beschäftigen. Dabei wurden im August 2008 Suchmaschinen mit der Suchanfrage “Waldschlösschenbrücke” UND “Social Software” gefüttert. Ich gebe zu, dass das nicht die subtilste Forschungsmethode ist, aber sie sollte mir genügen um einen ersten Eindruck zu bekommen.

Blogs

Tatsächlich wurden mit dieser Methode nur zwei Blogs gefunden, die sich mit dem Thema auseinandersetzen: ein persönlicher Blog, der die “armselige Berichterstattung der Lokalpresse” im Vorfeld des Bürgerentscheides kritisiert und einer, in dem Berliner Bürger ihr Mitgefühl mit den Dresdnern darüber bekunden, dass die Brücke auf Grund des Bürgerentscheides wohl gebaut werden wird. In beiden Blogs hinterließen andere Nutzer Kommentare zu dem jeweiligen Blog-Artikel. Durch weiteres Googeln nach „Waldschlösschenbrücke“ fand ich vier weitere Blogs die sich zu dem Thema äußern: Ein persönlicher Blog beschäftigt sich mit Themen aus Dresden und Umgebung und kommentiert dabei auch die Entscheidungen und Diskussionen um den Bau der Brücke. Auch in diesem Blog können Artikel von anderen Nutzern direkt im Blog öffentlich kommentiert werden, was im Falle der Waldschlösschenbrücke auch sehr kontrovers geschah. Ein persönlicher Architekturblog berichtet speziell aus städteplanerischer und architekturtheoretischer und -kritischer Sicht über Bau und Entwurf der Brücke. Auf dieser Seite machten Nutzer ebenfalls von den vorhandenen öffentlichen Kommentarfunktionen Gebrauch.
Neben diesen „Laien“ – Autoren haben auch diverse Vereine und Bürgerinitiativen ihre Blogs und Webseiten zum Thema Waldschlösschenbrücke in Stellung gebracht. Ein Verein der ein Bürgerbegehren für den Bau eines Tunnels an Stelle der Brücke anstrebt, hat ebenfalls einen Blog eingerichtet, in dem er über Entscheidungen und Diskussionen zum Bau eines Tunnels als Alternative zur Brücke informiert. Dieser Blog bietet allerdings keine Kommentarmöglichkeit, ebenso wenig wie die Webseite der Bürgerinitiative Pro Waldschlösschenbrücke, die zum Thema Waldschlösschenbrücke eingerichtete Webseite der Grünen Liga und die Seite der „Bürgerinitiative Welterbe Dresdner Elbtal“.1

Anders als die Blogs und Webseiten dieser Initiativen bieten die oben erwähnten persönlichen Blogs einzelner Autoren die Möglichkeit zur persönlichen Meinungsäußerung und zur Diskussion. Ob diese Blogger unliebsame Kommentare „weg-moderieren“ bleibt allerdings offen.

Die fehlenden Möglichkeiten zum Kommentieren oder allgemein zur Interaktion auf den Seiten dieser Vereine und Bürgerinitiativen deuten darauf hin, dass diese Organisationen ein ähnlich starkes Bedürfnis haben den Dialog mit „ihren“ Bürgern zu kontrollieren wie es von Lillecker und Jackson für politische Parteien festgestellt wurde.2

Wikipedia

Zunächst wurde festgestellt, dass die deutschsprachige Ausgabe der Online-Enzyklopädie Wikipedia genutzt wurde, um sowohl den Brückenbau als auch den Streit darüber in einem Artikel lexikalisch zu dokumentieren. Der Streit um den Bau der Waldschlösschenbrücke wurde auch auf den Seiten des Artikels über die Waldschlösschenbrücke dokumentiert, was zu einem überdurchschnittlich langen und in Details wohl als den lexikalischen Ansprüchen von Wikipedia nicht gerecht werdenden Artikel führte, welcher hier noch dokumentiert ist. Daher wurden im März 2008 alle Informationen zum Streit zwischen Brückengegnern und -befürwortern aus dem Artikel „Waldschlösschenbrücke“ entfernt und ein eigenes Lemma zum sog. Dresdner Brückenstreit angelegt, in dem der Streit und die Argumente und Leistungen der beiden Parteien (Brückenbefürworter vs. Brückengegner) lexikalisch dokumentiert wurden.
Auch auf den Diskussionsseiten der beiden Artikel wurden Kontroversen geführt. Diese waren jedoch von dem Streben gekennzeichnet einen jeweils informativen und neutralen Artikel „Waldschlösschenbrücke“ bzw. „Dresdner Brückenstreit“ entstehen zu lassen.

StudiVZ

Auch bei StudiVZ, einem der größten Sozialen Onlinenetzwerk im deutschsprachigen Raum, gibt es Diskussionen, die um den Bau der Waldschlösschenbrücke geführt werden: Gruppen mit dem Namen „Waldschlösschenbrücke – ich baue mit!!!“, “Waldschlösschenbrücke-GEGNER” oder “Waldschlösschenbrücke- Gegner-GEGNER!!!” haben zwischen 35 und 1100 Mitglieder (Stand August 2008) und werden von einem kleinen Teil der Gruppenmitgliedern zu kontroversen Diskussionen genutzt.

Obwohl zum Zeitpunkt dieser kleinen Untersuchung noch Gerichtsentscheide über den endgültigen Beschluss zum Bau der Brücke anhängig waren3, machten die Beiträge der StudiVZ-Nutzer auf den ersten Blick kaum den Eindruck den Bau irgendwie beeinflussen zu wollen und schienen auch nicht dem Planen oder Durchführen von Aktionen für oder gegen den Bau zu dienen (wie z.B. Demonstrationen). In den Gruppen wurde lediglich durch sporadische Postings auf bereits geplante Demonstrationen aufmerksam gemacht. Eher hatten die Beiträge der Nutzer eine kommentierende und scheinbar emotional entlastende Funktion. So z.B. der Kommentar über die Berichterstattung der lokalen Medien:

„in einer einschlägigen Postwurfsendung (Sächs.Bote) wird auf der Titel(!)seite ja immer schön abgehandelt, wie toll die Brücke und wie scheiße der Tunnel ist. Das regt mich so auf“

Oder der Kommentar eines anderen StudivZ-Nutzers über die Brückenbaugegner, die das Fällen einer Buche auf der Baustelle mit der Besetzung des Baumes verzögert hatten:

„Es wurde ja langsam mal Zeit, dass die Demonstranten aus der Buche geholt wurden. Ich denke mal, das Arbeitsamt hätte den Besetzern langsam mal das Geld streichen sollen, sie stehen ja dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung und was sagen eigentlich die „sogenannten GRÜNEN“ zu den „Mahnfeuern“, die täglich angezündet werden???? Der Feinstaub, der dort in die Luft geblasen wird, is sicher schlimmer, als grillen im Garten, ….“

Wenn, wie Schmidt feststellt, Social Software dem Identitäts-, Kommunikations- und Informationsmanagement dient, so bleibt an dieser Stelle offen, welchem Aspekt dieser drei Zweige die beiden oben zitierten Beiträge dienen oder ob Social Software auch emotional entlastende Funktionen haben kann. Es wäre interessant zu wissen, ob diese Beiträge als politisch intendiert zu betrachten sind, ob sie emotional entlastend wirken und welche Bedeutung sie aus Sicht Person haben, die sie veröffentlicht hat. Um das herauszufinden wären wohl eine Inhaltsanalyse, Interviews und Befragungen nötig, die ich im Rahmen meiner Hobby-Forscherei hier allerdings nicht leisten kann.


Beeinflusst Social Software den Bau der Waldschlösschenbrücke?

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In Anlehnung an Popper,4 könnte man fragen, was die Vermutung falsifizieren kann, dass Social Software im Streit um den Bau der Dresdner Waldschlösschenbrücke tatsächlich eine Auswirkung auf den Bau hat.

Ich denke, das ließe sich am Einfachsten durch eine Inspektion der Baustelle überprüfen: man könnte einfach schauen, ob und wie die Brücke gebaut wird, ob die Bauarbeiten im Zeitplan liegen (bei Großprojekten wie dem Bau einer mehrspurigen Brücke ist es üblich, dass dieser nicht eingehalten wird, deswegen sollte man da nicht zu pingelig sein) und ob die Baustelle Besonderheiten aufweist, die darauf hinweisen, dass der Bau mittels Social Software beeinflusst wird. Bei Abwesenheit solcher Besonderheiten müsste man davon ausgehen, dass es keinen Einfluss gibt.

So unternahm ich an einem Sonntagnachmittag im Dezember 2008 eine Exkursion auf die Baustelle der Waldschlösschenbrücke. Die Baustelle war groß und kalt und es gab nichts, was ich als Zeichen dafür hätte deuten können, dass hier mittels Social Software etwas beeinflusst worden wäre. Ehrlich gesagt wusste ich auch nicht ansatzweise, wie ein solches Zeichen hätte aussehen können.

Eine festmontierte Bank stand am Weg, auf dem sonst die Spaziergänger an der Elbe entlang flanierten. Dieser Weg wurde jetzt durch die Baustelle unterbrochen und die ehemalige Ruhebank war ins Zentrum der Baustelle gerückt und diente jetzt offenbar als Ort der Auseinandersetzung, denn sie war über und über mit Aufklebern beklebt. Einige dieser Aufkleber zeigten Äußerungen für die Brücke andere dagegen. Etwas von der Bank entfernt, auf einem der bereits gegossenen Brückenfundamente befand sich ein anderer auffälliger Gegenstand, ein weiteres Sitzmöbel – ein rot gepolsterter Stuhl. Hier stellt sich die Frage: Lassen sich Stuhl und Bank in Beziehung zu den Auseinandersetzungen bringen, die mittels Social Software um den Bau der Brücke stattfinden? Überhaupt: „Das Sitzmöbel als Zeichen der Auseinandersetzung?“ – Der Gedanke ist verführerisch, aber wem nützt er und was?
Durch die Exkursion konnte nicht bestätigt werden, dass Social Software den Bau der Waldschlösschenbrücke positiv oder negativ beeinflusst. Zwar ging man laut dem an der Baustelle positionierten Baustellenschild beim Baubeginn davon aus, dass die Brücke bis 2010 fertiggestellt wird, während mittlerweile von Juni 2011 die Rede ist,5 ob diese Verzögerung jedoch auf die Social Software-Diskussionen geschoben werden kann, ist fraglich.

Nicht hier, sondern im Internet glimmten offenbar die Hoffnungen den Bau der Brücke noch zu beeinflussen. Dort wimmelte es nur so von Zeichen für eine Einflussnahme auf den Bau. Da gibt es auf YouTube Videos auf denen Umweltaktivisten von Polizisten aus Bäumen geholt wurden, die auf der Baustelle standen und wie oben bereits festgestellt, konnte man in Blogs, Wikipedia-Artikeln, Diskussionsforen und StudiVZ-Gruppen einigermaßen ausführliche Analysen von Laien über die Kosten, den Nutzen und weitere Fragen des Baus verfolgen, ebenso wie man sich mittels diverser Werkzeuge von Social Software natürlich selber an den Diskussionen darüber beteiligen konnte. Offenbar gab es keine Verbindung zwischen diesen andauernden Aktionen und den Erdhaufen, die sich hier im Dezember vor mir ausbreiteten. Jedenfalls konnte ich nichts entdecken, das auf Wikipedia, Blogs oder die StudiVZ-Diskussionen hinwies. Mit anderen Worten: Während viele Links zur Baustelle führen, scheint von dieser kein Link zurückzuführen. Die Baustelle scheint eine Art Link-Senke zu sein und keiner dieser Links scheint den Bau der Brücke zu berühren. Die teilweise sehr hitzigen und intensiven Diskussionen, die mit Social Software um den Bau der Brücke geführt werden, haben hier scheinbar keine Gültigkeit.

Mein Ausflug hatte die beklebte Bank und den Stuhl zu Tage gefördert – Belege dafür, dass hier auf der Baustelle nicht alles schweigt. Die Frage die sich daraus allerdings ergibt ist, ob dieses Nicht-Schweigen denn etwas bewirkt. Und diese Frage trifft auch für die Aktionen zu, die mittels Social Software durchgeführt wurden. Ist also der Versuch den Bau der Brücke mit Social Software zu beeinflussen so, als wollte man sein Brot beim Bäcker mit Spielgeld bezahlen? – Es scheint so, denn offenbar konnten Dresdner Bürger den Bau der Brücke mit Hilfe von Blogs, Wikipedia-Edits, StudiVZ – Gruppen und anderen Werkzeugen aus dem „Werkzeugkasten Social Software“ bisher nicht beeinflussen.

Allerdings hatten die ZyprexaKills-Kampagne und die Kampagne gegen die Änderung der StudiVZ-AGB’s Ende 2007, die mit Social Software durchgeführt wurden, wirklich handfeste Ergebnisse. Bei der ersteren sanken die Verkaufszahlen eines Medikamentes, bei der letzteren sanken die Mitgliedszahlen des Sozialen Onlinenetzwerkes und es wurden einige der von StudiVZ durchgeführten Änderungen seiner AGB’s wieder zurückgenommen.6

Was ist dort anders gelaufen als bei der Verwendung von Social Software im Streit um den Bau der Dresdner Waldschlösschenbrücke?

Mit dieser Frage möchte ich mich im nächsten Abschnitt beschäftigen.


Wie sieht eine erfolgreiche Social Software – Kampagne aus?

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Wie die ZyprexaKills-Kampagne und die StudiVZ-Kampagne zur Jahreswende 2007/2008 zeigen, kann Social Software durchaus einen Einfluss auf die Politik und die reale Welt haben. Was nun ist der Unterschied zwischen diesen Kampagnen und den Social Software – Aktionen im Dresdner Brückenstreit?

Die Antwort ist, dass bei den erfolgreichen Aktionen teilweise bzw. völlig mit Hilfe von Social Software ein Skandal erzeugt werden konnte. Im Skandal wiederrum wurde den kritisierten Institutionen mit einem Boykott gedroht. Das bewog den „Gegner“ dann offenbar zu einigen kleinen Teilzugeständnissen. Sicher, das ist nicht vielleicht nicht die Welt – aber es ist besser als gar nichts. Oder?

Im Streit um die Waldschlösschenbrücke gelang das jedoch nicht. Die Erzeugung eines Skandals blieb aus. Warum? Und: wie wirkt ein Skandal? Was ist eigentlich ein Skandal?

Was ist ein Skandal?

Ein Skandal besteht a) aus einer moralischen Verfehlung von Personen oder Institutionen (Skandalgegenstand), b) der Enthüllung dieser Verfehlung und c) der darauf folgenden weithin geteilten Empörung.7

Um zu verstehen, wie ein Skandal entsteht, sollte man die Handlungen kennen, die ein Ereignis zu einem Skandal machen. Die folgenden Punkte stellen nach Donsbach8 Vorgänge dar, durch die ein Skandal entstehen kann:

    1.) – die Konfrontation der Öffentlichkeit mit einem bestimmten (dramatisierten) Sachverhalt,
    2.) – die öffentliche Qualifizierung des Sachverhaltes als Missstand,
    3.) – die öffentliche Zuschreibung der Verantwortung für diesen Missstand an eine bestimmte Person oder Institution,
    4.) – die öffentliche Berufung auf Normen, die die Verantwortung für den Missstand als moralische Verfehlung qualifizieren,
    5.) – die Wiederholung der oben genannten Handlungen von möglichst vielen Personen,
    f) – die öffentliche Abstrafung der skandalisierten Person

Wie Donsbach und Gattwinkel und auch mir aufgefallen ist, ist der kleinste gemeinsame Nenner aller dieser Handlungen, dass Sie eine Öffentlichkeit ansprechen und benötigen. Genau hier liegt die Leistung von Social Software, denn mit den Werkzeugen aus dem „Werkzeugkasten Social Software“ kann sich jeder Nutzer an eine Öffentlichkeit wenden.

Wahrscheinlich wird jedoch noch nicht allzuviel passieren, wenn Lieschen Müller in Ihrem Blog über einen von ihr als unmoralisch empfundenen Sachverhalt (z.B. die Lüge eines Politikers) berichtet und dabei die Handlungen 1.) bis 4.) vollzieht. Sie muss es auch hinbekommen, dass es zu 5.) kommt und ihr viele Personen öffentlich zustimmen. Wie kann ihr das gelingen? In der klassischen Medienwelt würde sie wahrscheinlich einen Redakteur einer Zeitung anrufen, diesen auf ihren Blog verweisen und darauf hoffen, dass er irgendwann mal etwas darüber schreibt. Was er wahrscheinlich nicht tun wird, denn: wer ist Lieschen Müller?
Durch das Bloggen von Beiträgen zu dem Problem und durch die Nutzung anderer Social Software – Werkzeuge kann sie es allerdings hinbekommen, dass andere Menschen etwas von dem empörenden Sachverhalt mitbekommen. Sie kann in StudiVZ auf ihren Blog und die Lüge des Politikers aufmerksam machen, sie kann die Kommentarfunktionen anderer Blogs nutzen, in Beiträgen zu den Inhalts- oder Diskussionsseiten thematisch verwandter Wikipedia-Artikel auf die Lage aufmerksam machen, etc.

Da wahrscheinlich auch für Lieschen Müllers Beiträge in StudiVZ, auf ihrem Blog u.s.w. zutrifft, was für Nachrichtenmeldungen gilt – nämlich, dass hauptsächlich solche Meldungen interessant sind, in denen „prominente Personen oder Institutionen aus der eigenen Region oder dem eigenen Land zu Schaden kommen oder kritisiert werden und bei denen der Sachverhalt wenig komplex ist bzw. leicht vereinfacht werden kann“9 – sollte sie dabei darauf achten, dass sie das Problem möglichst einfach darstellt.

Außerdem kann Lieschen Müller durch das Inszenieren mediatisierter Ereignisse – also von Ereignissen, die hauptsächlich das Ziel haben die Aufmerksamkeit der Massenmedien zu bekommen (z.B. Unterschriftensammlung, Pressekonferenz, symbolische Aktion…) – versuchen, den Sachverhalt sowie seine Inszenierung als Skandal auch für die großen Medien interessant zu machen.10
Es klingt vielleicht trivial, aber die Berichterstattung der Massenmedien kann ganz nützlich sein, wenn man öffentliches Interesse an einem Thema erreichen will, denn „Veranstaltungen und das Rumoren an den Stammtischen werden erst allgemein bedeutsam, wenn es die Massenmedien aufgreifen und zum Thema machen“.11 Ein Beispiel für eine solche Inszenierung mit der die Aufmerksamkeit der Massenmedien erlangt wurde, ist die Aktion „70200 Formulare für die GEMA“ mit der ein Künstler das, aus seiner Sicht, veraltete Verständnis der GEMA von geistigem Eigentum skandalisieren wollte. Diese Inszenierung geisterte einige Wochen durch die Blogosphäre, bis schließlich auch ARD und Deutschlandfunk darüber berichteten.

Der ideale Skandal sollte also zusätzlich zu Handlungen 1.) bis 5.) noch zwei Unterpunkte haben:

    1.1.) – Verkürzen bzw. Vereinfachen des Sachverhaltes. Beispielsweise könnte sich Lieschen Müller einen griffigen Namen für den Skandal ausdenken, der den Missstand bzw. die moralische Verfehlung auf den Punkt bringt.
    1.2.) – Inszenierung von Ereignissen, die sich eignen von den Massenmedien weiterverbreitet zu werden. Eine gute Möglichkeit wäre es, Bilder zu erzeugen, auf denen der Missstand besonders provokativ oder zugespitzt dargestellt bzw. angeprangert wird.

Offen bleibt natürlich, was nach einem solchen Skandal geschieht. Ist die öffentliche Aufmerksamkeit und der Druck auf den lügenden Politiker so groß, dass dieser zurücktritt oder wird nicht genügend Aufmerksamkeit erzeugt um den Politiker in Bedrängnis zu bringen?


Der ideale mit Social Software generierte – Waldschlösschenbrückenskandal

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Ausgehend von obiger Definition eines Skandals und den Handlungschritten mit denen ein Sachverhalt skandaliert werden kann, stellt sich die Frage, wie ein mit Social Software inszenierter Skandal um die Waldschlösschenbrücke hätte aussehen könnte. Wie wäre es mittels Social Software möglich gewesen einen Skandal um den Bau der Dresdner Waldschlösschenbrücke zu erzeugen, der auf einen vorläufigen bzw. völligen Baustopp abgezielt hätte?
Ausgehend von diesem Ziel und der Definition des Skandals als die weithin geteilte Empörung auf die Enthüllung einer moralischen Verfehlung oder eines Missstandes müssten folgende Fragen gestellt werden

    – Auf welchem moralischen Fehlverhalten oder auf welchem Missstand hätte eine öffentliche Empörung basieren müssen, die wiederum dazu geführt hätte, dass die Brücke unter eben diesen empörenden Umständen nicht gebaut worden wäre?
    – Wie hätten die Gegner des Brückenbaus eine solche öffentliche Empörung mittels Social Software erzeugen können?

Grundlagen für die Inszenierung eines Waldschlösschenbrückenskandals

Ein moralisches Fehlverhalten und ein Missstand als Ausgangspunkt hätte folgender Sachverhalt sein können:
Einige Monate vor der Abstimmung lies der damalige Dresdner Oberbürgermeister Roßberg ein 24-seitiges „Abstimmungsbüchlein“ herausgegeben und an alle stimmungsberechtigten Bürger der Stadt verteilen. Dieses im A5-Format gehaltene Büchlein enthielt Information über die Vor- und Nachteile der Brücke.
Mittlerweile werden einige der darin aufgeführten Informationen, die für den Brückenbau sprechen, angezweifelt. So hat sich die von den Befürwortern (CDU, FDP, ADAC) aufgestellte Behauptung „Ebenso ist das Elbtal zum Weltkulturerbe – ausdrücklich unter Einbeziehung des Verkehrszuges Waldschlößchenbrücke – erklärt worden.“12 zwischenzeitlich als sehr zweifelhaft herausgestellt, da die UNESCO der Stadt im Falle des Baus der Brücke mit dem Entzug des Welterbetitels droht.
Weiterhin werden die Zahlen zur Verkehrsentwicklung, mit denen in dem Abstimmungsbüchlein für den Bau der Brücke argumentiert wurde, von Verkehrsexperten angezweifelt.13 Diese Sachverhalte könnten als Manipulation des Bürgerwillens im Vorfeld des Bürgerentscheides dramatisiert werden und als Ausgangspunkt für die Inszenierung eines Skandals dienen.

Ebenso könnte die in dem „Abstimmungsbüchlein“ getroffene räumliche Positionierung der Argumente, die für eine Brücke sprechen (diese Argumente wurden auf den Seite 5 bis 13 dargelegt) vor den Argumenten, die gegen eine Brücke sprechen (S. 14 bis 22) als Missachtung der Neutralität gedeutet werden. Auch die Abbildung eines schicken Autos in Verbindung mit dem 800-jährigen Jubiläum der Stadt Dresden auf der ersten Innenseite der Broschüre, eine ganzseitige Werbeanzeige der FDP in der Mitte der Broschüre, in der für den Bau der Brücke geworben wird und das Fehlen einer äquivalenten Anzeige in der gegen den Brückenbau geworben wird, könnten als moralisch bedenkliche Beeinflussung der Bürger interpretiert werden und Zweifel an der Neutralität der Broschüre wecken, die ja offenbar als Entscheidungshilfe für die Bürger dienen sollte.

Der Waldschlösschenbrückenskandal in 5 Schritten

Interessengruppen, die gegen den Bau der Brücke unter diesen Umständen argumentieren, könnten nach obigem „Skandalschema“ handeln um einen Skandal zu erzeugen.

    1.1.) Zunächst könnte der Sachverhalt also dramatisiert und vereinfacht werden. Das Ergebnis einer solchen Vereinfachung könnte die folgende Aussagen sein: „Die Dresdner Bürger wurden im Vorfeld des Bürgerentscheides manipuliert und fehlinformiert. Der Bürgerentscheid ist somit illegitim“ oder „Bürger wurden von OB betrogen! – Bürgerentscheid ungültig!“
    1.2.) Weiterhin könnten mediatisierte Ereignisse inszeniert werden, bei denen ausdrucksstarke Bilder entstehen. Es könnte z.B. eine Demonstration durchgeführt werden, auf der videogene Szenen entstehen.2.) Bei dieser Demonstration könnte der Skandalgegenstand folgendermaßen als Missstand dargestellt werden: Ein paar als Esel verkleidete Dresdner Bürger ziehen einen VW-Phaeton.

    3.) In dessen Fond sitzen zwei Personen, die die CDU und die FDP symbolisieren. Fahrer und Beifahrer stellen die Autolobby dar: dicke, gut gekleidete, sonnengebräunte Herren. Beide haben ihre Fenster heruntergekurbelt und halten je eine Angelroute, an der eine Möhre hängt, vor die Nase der Esel, die den Wagen ziehen. An den beiden Möhren befestigt steht „Das Weltkulturerbe ist sicher“ und „Ohne Waldschlösschenbrücke werden wir alle sterben“. Die Esel versuchen, die Möhren zu erreichen, was ihnen natürlich nicht gelingt.

    4.) Der Protestzug wird begleitet von Menschen die T-Shirts tragen und auf denen hinten zu lesen ist: „Gegen manipulierte Bürgerentscheide!“ und vorne: „Für Demokratie!“.
    Diese Bilder könnten auf Youtube hochgeladen werden und die Links zu den Videos werden in möglichst vielen Foren, Sozialen Onlinenetzwerken, Blogs, Blog-Kommentaren, etc. gepostet.

Damit wurden die Schritte 1.) bis 4.) zur Inszenierung eines Skandals durchgeführt. Die Öffentlichkeit wurde mit dem (vereinfachten und „bebilderten“) Sachverhalt konfrontiert (1.), dieser wurde als Missstand (Manipulation, bzw. „Verarschung“ der Bürger) gedeutet (2.), die Autolobby sowie CDU und FDP wurden als Zuständige für diesen Missstand qualifiziert (3.) und man beruft sich bei den Handlungen auf die Norm einer Demokratie in der Bürger nicht manipuliert werden, sondern auf Basis richtiger Informationen zu rationalen Entscheidungen kommen können (4.).

    Weil noch 5.) fehlt, wird eine (Online-) Unterschriftenliste geschaltet in der Bürger unter dem Slogan „Gegen manipulierte Bürgerentscheide – für Demokratie!“ fordern können, dass der Brückenbau sofort gestoppt wird und ein neuer Bürgerentscheid durchgeführt wird, in welchem die Dresdner Bürger vorher neutral über die Gründe und Konsequenzen des Baus der Waldschlösschenbrücke informiert werden.

Was würde solch ein Skandal bringen? – Auch bei diesem fiktiven Waldschlösschenbrückenbauskandal bleibt ziemlich offen, welche Konsequenzen er in der Realität hätte. Ebenso offen ist ob diese Folgen als positiv oder negativ zu betrachten sind ob das Skandalieren von Sachverhalten im Zusammenhang mit der Waldschlösschenbrücke selbst als positiv oder negativ zu betrachten ist.
Diese Frage ist ethischer Natur und sie lässt sich nur nach dem Schema „Wie und in was für einer Welt will ich zusammen mit den Anderen leben?“ beantworten. Folgende Aussage des Medienwissenschaftlers Keppler könnte dabei helfen:

„Ob die Skandalierung von Missständen gerechtfertigt ist, hängt letztlich davon ab, ob der Missstand überhaupt in der behaupteten Weise existiert, ob das Ausmaß der Skandalierung in einem vertretbaren Verhältnis zur Größe des Missstandes steht, und ob die positiven Folgen der Skandalierung ihre negativen Nebenfolgen rechtfertigen.“14


Warum Social Software im Falle des Dresdner Brückenstreites keine Auswirkungen hatte

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Auffällig ist, dass es bei den Aktionen um den Streit der Waldschlösschenbrücke im Unterschied zur ZyprexaKills-Kampagne, zur Kampagne der finnischen Tierschützer und der Kampagne um die StudiVZ-AGB’s schwer fällt einen Gegner auszumachen, welcher mit einem Boykott bedroht werden könnte.

Im Falle der Waldschlösschenbrücke schätze ich die aktiven Social Software – Nutzer auf beiden Seiten (also Brückenbefürworter und Brückengegner) als gleich zahlreich und gleich kompetent im Umgang mit Social Software ein. So fiel mir in den untersuchten mit Social Software erstellten Beiträgen keine ausgemachte Mehrheit von Argumenten der Brückenbefürworter oder der Brückengegner auf. Anders war die Situation im Falle der finnischen Tierschützer, der StudiVZ-AGB’s und der ZyprexaKills-Kampagne. Dort stand einer übergroßen Mehrheit von „Angreifern“ eine verschwindend geringe Minderheit von „Verteidigern“ gegenüber.

Außerdem führte die Verwendung von Social Software im Brückenstreit im Unterschied zu den anderen drei erwähnten Kampagnen nicht dazu, dass die Massenmedien über Inhalte oder Argumente berichteten, welche von Nutzern mittels Social Software ins Spiel gebracht wurden. Im Falle der finnischen Tierschützer griffen die Massenmedien die Inhalte der Kampagne auf und berichteten bald ebenfalls über die auf YouTube dokumentierten Bedingungen der Massentierhaltung.
Auch über die Tatsache, dass Social Software als Teil einer Kampagne verwendet wurde, berichteten Massenmedien im Fall der Waldschlösschenbrücke nicht. Anders war das z.B. bei der ZyprexaKills-Kampagne, wo Massenmedien auch darüber berichteten, dass Aktionen mittels Social Software durchgeführt wurden. Möglicherweise können die Social Software-Aktionen im Dresdner Brückenstreit genau deswegen nicht als Kampagne verstanden werden, weil sie durch die Massenmedien nicht mit dem Begriff der „Kampagne“ geadelt wurden.

Ein weiterer Punkt der die Inszenierung eines Skandals für oder gegen die Brücke erschweren würde, ist dass beide Lager Argumente in der Hand haben, die gesellschaftlich moralisch positiv verankert sind: Einerseits ist die Achtung des Bürgerentscheides und des Willens der Bürger die Grundlage eines vermutlich weithin geteilten Wunsches nach mehr direkter Demokratie, andererseits ist der subtil manipulierende Politiker oder Lobbyist in der Idealvorstellung einer Demokratie rational entscheidender Bürger das Schreckgespenst, welches es loszuwerden gilt.
Beide Gruppen haben also gute und vernünftige Gründe für ihre Positionen und können Social Software nutzen um diese zu verbreiten und so zur Meinungsbildung beizutragen. Eine schöne Sache eigentlich.


Zusammenfassung

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Im Streit um den Bau der Dresdner Waldschlösschenbrücke werden diverse Werkzeuge von Social Software genutzt, wie z.B. Blogs, Wikipedia-Artikel und Soziale Onlinenetzwerke. Vor allem Blogs und StudiVZ-Gruppen werden verwendet um den Bau zu diskutieren und zu kritisieren.
Als ein Nebenergebnis der Untersuchung konnte ich herausfinden, dass die Blogs und Webseiten von Bürgerinitiativen zum Thema Waldschlösschenbrücke keine Interaktionsmöglichkeiten bieten – anders als die Blogs und Webseiten von „Laien-Bloggern“, die sich mit dem Bau auseinandersetzen und auf denen es über die „Kommentar“-Funktion Möglichkeiten zu persönlichen Meinungsäußerungen und Diskussionen gibt. Das deutet darauf hin, dass Bürgerinitiativen ein starkes Bedürfnis haben den öffentlichen Dialog mit „ihren“ Bürgern zu kontrollieren.

Es konnten keine direkten Auswirkungen der Nutzung von Social Software auf den Bau der Waldschlösschenbrücke festgestellt werden. Im Unterschied zwischen dem Einsatz von Social Software im Dresdner Brückenstreit und anderen Kampagnen bei denen Social Software eignesetzt wurde, gelang es hier nicht, mit Hilfe von Social Software einen Skandal zu erzeugen. Dieses Kriterium stellt m.E. einen wesentlichen Unterschied zwischen folgenlosen und folgenreichen Social Software-Kampagnen dar. Anders als z.B. bei der ZyprexaKills-Kampagne, oder der Kampagne um die Änderung der StudiVZ-AGB’s von Ende 2007 konnten Social Software – Nutzer im Streit um den Bau der Waldschlösschenbrücke keinen Skandal inszenieren, der weitere Auswirkungen auf den Bau der Brücke hätte haben können.

Gründe für das Ausbleiben eines solchen Skandals im Dresdner Brückenstreit sind :

    1.) Im Falle des Streits um den Bau der Waldschlösschenbrücke gibt es keinen direkt angreifbaren Gegner (Person oder Institution), der Ziel eines Skandals sein könnte.
    2.) Daraus ergibt sich, dass diese Person oder Institution nicht mit einem Boykott unter Druck gesetzt und zur Verhaltensänderung gezwungen werden kann.
    3.) Die Lager der Brückengegner und der Brückenbefürworter sind in etwa gleich groß und Social Software-affin, so dass beide Positionen mittels Social Software von etwa gleich vielen Personen weiterverbreitet werden können.
    4.) Über die Inhalte und Ziele der Aktionen, die mit Social Software um den Bau der Brücke geführt wurden, gab es keine Berichte in den Massenmedien.
    5.) Sowohl Brückengegner als auch Brückenbefürworter haben moralisch positiv konnotierte Argumente für ihre Position, so dass ein Skandal, der ja auf einem moralischen Missstand fußt, schwer zu inszenieren ist.

Wie dargestellt wurde, hat eine Diskussion über die Waldschlösschenbrücke in einer StudiVZ-Gruppe keinen „realen“ Einfluss auf den Verlauf des Brückenbaus. Ich vermute jedoch, dass die Effekte des Lernens (und auch Verlernens), die bei Aktivitäten im Internet entstehen, auf individueller Ebene völlig real sind (z.B. Wissenszuwachs, Fähigkeit mit anderen Autoren einen Artikel zu schreiben, Konfliktmanagement, gesteigertes Selbstwertgefühl, Mut sich öffentlich zu äußern…). Es wäre interessant herauszufinden, ob das Mit-Diskutieren und Kommentieren über den Bau der Waldschlösschenbrücke mit Hilfe von Social Media von den Beteiligten als positiv erlebt wurde und diese zu weiterem Online-Engagement ermutigt. Diese Effekte wiederum könnten sich dann natürlich positiv auf ein reales Engagement in der Offline-Welt auswirken.

Im nächsten und wahrscheinlich wirklich letzten Posting der kleinen Reihe „Wird die Revolution mit Social Software aggregiert?“ werde ich die Ergebnisse meiner dilettantischen Forschungen zum Thema zusammenfassen.

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  1. Prof. Ralf Vollbrecht vom Institut für Sozialpädagogik, Sozialarbeit und Wohlfahrtswissenschaften der TU Dresden verdanke ich den Hinweis, dass diese Bürgerinitiativen stabile Meinungsmilieus darstellen, die nicht ergebnisoffen arbeiten und dazu neigen sich gegenüber anderen Meinungen abzuschotten. []
  2. Lilleker und Jackson: Politicians and Web 2.0: the current bandwagon or changing the mindset?(2008) []
  3. Artikel in der Online-Ausgabe des Focus: Waldschlößchenbrücke – Naturschützer scheitern mit Klage (30.10.2008) []
  4. siehe u.a. den Online-Ausschnitt von „Karl Popper, Logik der Forschung, Wien 1935 (zweite Aufl. 1966 – mit *-Anmerkungen)“ []
  5. Artikel in der Online-Ausgabe des Focus: Waldschlösschenbrücke – Infopunkt für mehr Akzeptanz (16.01.2009) []
  6. Bericht auf Spiegel-Online: DATENSCHUTZ-KOSMETIK – Studentennetz StudiVZ verzichtet auf Schnüffel-Passus (15.12.2007) []
  7. vgl.: Dohnsbach, Gattweiler: Öl ins Feuer – Die publizistische Inszenierung des Skandals um die Rolle der Ölkonzerne in Nigeria, S. 42. Dresden (1998) []
  8. vgl.: ebd, S. 43 f. []
  9. siehe Dohnsbach, Gattweiler: Öl ins Feuer – Die publizistische Inszenierung des Skandals um die Rolle der Ölkonzerne in Nigeria, S. 28. Dresden (1998) nach: Schulz: Die Konstruktion von Realität in den Nachrichtenmedien. Analyse der aktuellen Berichterstattung. Freiburg, München (1976) []
  10. vgl.: Donsbach, Gattwinkel: Öl ins Feuer – – Die publizistische Inszenierung des Skandals um die Rolle der Ölkonzerne in Nigeria, S. 100 []
  11. Gerhards, Neidhardt: Strukturen und Funktionen moderner Öffentlichkeit – Fragestellung und Ansätze, S. 66. In: Langenbucher (Hg.): Politische Kommunikation – Grundlagen, Strukturen, Prozesse. 2. überarbeitete Auflage, Wien 1993 []
  12. Abstimmungsbüchlein S. 4 []
  13. Gespräch mit Prof Udo Becker, TU Dresden Lehrstuhl für Verkehrsökologie []
  14. Kepplinger: Die Mechanismen der Skandalierung – Die Macht der Medien und die Möglichkeiten der Betroffenen. Olzog Verlag München (2005) 2. aktualisierte Auflage, S. 160 f. []