Wer soll das nicht glauben?

Diese Frage stelle ich mir angesichts der Artikel in Zeit-Online und Spiegel-Online, die über die Massentötungen von Gefangenen in Syrien berichten und die über die Proteste in Kiew sprechen. In beiden Artikeln werden die jeweiligen Regierungen heftig kritisiert und zum Rücktritt gedrängt, in beiden Artikeln werden die Aktionen der Oppositionellen als weitgehend legitim dargestellt und unter beiden Artikeln äußert der Großteil der KommentatorInnen, den Berichten und den darin dargestellten Vorgängen keinen Glauben zu schenken. („Propaganda, PsyOP, Lügenpresse, Falseflag etc. …“)
Ich bin mir mittlerweile sicher, dass dieser Unglaube und die dabei erzeugte Kritik ein Kalkül ist – zumal das Spiel in der Syrienberichterstattung schon seit mehr als zwei Jahren so geht. „Wir schreiben mal paar dreiste schwarz/weiß-Berichte, um möglichst viel Widerspruch von Kommentatoren und um so möglichst viele Klicks zu bekommen.“

Die Aufregung und die Kritik-Formulierung der KommentatorInnen ist die Währung, mit der sie für free-content zahlen.

Mein isländischer Beitrag – happily updated!

… zum Fotowettbewerb „A typically Icelandic item in your native setting“:

Torsten Philipp: "Faðir minn gjörði kransar úr fjallagrösum. Þessir hann seldi í haust á markaðnum." (Juli 2011)

P.S. Wer errät, was auf diesem Foto typisch isländisch ist?

UPDATE: Ich habe den zweiten Platz gemacht und bin unter den Preisträgern. Yeah! Das typisch Isländische auf dem Bild ist übrigens fjallagrösum, also das Islandmoos, das aus der oberen weißen Kiste wächst und aus dem hier jemand Auflagen für Gräber macht.

Hreindýramosi

… ist keine russische Automarke sondern der isländische Name für Cladonia stellaris, eine Flechtenart, die vor allem in Island wächst und den dortigen Rentieren als Nahrung dient (hence the name). Und weil ich drüben auf Iceland Eyes gerade an einem Fotokontest teilnehme, bei dem es gilt, etwas typisch Isländisches in einer Umgebung zu fotografieren, die typisch für den Fotografen ist, werde ich übermorgen meine Eltern besuchen fahren, die schon seit Monaten damit beschäftigt sind, aus eben diesem Hreindýramosi Kissen, Auflagen und Kränze für Totensonntag und Advent zu stecken.

Praktischerweise habe ich keinen Fotoapparat; ich weiß, diese Voraussetzung ist ideal um an einem Fotowettbewerb teilzunehmen. Aber fehlende Technik kann man ja durch soziales Talent ausgleichen. Also: kann mir jemand seinen Fotoapparat für ein paar Stunden borgen? Übermorgen? Büdde, büdde!
Zu gewinnen gibt es bei dem Kontest übrigens einen Bildband über Reykjavík und so wie ich die Fotografin kenne, ist das vermutlich keine 08/15 Touri-Schwarte. Dem großzügigen Kameraleiher würde ich natürlich dann auch den ein oder anderen Blick in den Fotoband gewähren, wenn gewünscht auch mit Kommentaren von mir als altem Islandfahrer („Höö, Höö! Spannt die Eisbären an!“).

Die Kanadier kaufen Island – Björk, übernimm Du!

Nachdem sich die heißkalte, zwischen Grön- und Schottland liegende, Insel gerade vom Ausverkauf durch korrupte Politiker und Wirtschaftswissende erholt und auch der aschespeiende Vulkan mit dem Namen, den in Europa mittlerweile jeder fehlerfrei rückwärts aussprechen kann, etwas zurückhaltender geworden ist, steht im Land der heißen Quellen nun eine Kombination beider Probleme an: Die Vulkane werden verkauft.

Okay – Vulkane machen Dreck und stinken wie tausend Kläranlagen. „So wozurhölleistdasproblem?“

Der Punkt ist, dass vulkanische Gebiete voller Energie stecken … Continue reading