Dresdner Meta-Debatte

Das tolle am Internet ist, dass sich jedeR über alleS auslassen kann. Da ich nicht viel von Versuchen halte, E-Partizipation zentral und von oben nach unten aufzubauen, finde ich es auch bei Weitem interessanter, die in Blogs und Foren ausgetragenen Debatten über die sog. „Dresdner Debatte“ zu Gestaltung des Neumarktes zu verfolgen, als die Debatte an sich.

Einstiegspunkte zum Debattieren über die Debatte:

Eine Befürchtung, die sich durch viele der Beiträge über die Dresdner Debatte zieht, ist …  die Vermutung, dass die Beiträge der Bürger zur Dresdner Debatte zwar gesammelt und zur Kenntnis genommen werden, aber letzlich nicht in die Gestaltungs- und Bebauungspläne des Neumarktes eingehen werden.

Die aktuelle E-Debatte zur Zukunft der Stadt Reykjavík (hier die englische Übersetzung) bietet übrigens deutlich mehr und auch optisch besser erfassbare Möglichkeiten der Teilnahme, wie z.B. eine deutliche Trennung von Pro- und Kontra-Stimmen zu einem Beitrag, das Beobachten von Meinungstrends, die Markierung neuer Beiträge, die Bewertung von Vorschlägen und Argumenten, die Gewichtung von Vorschlägen nach Popularität … Vielleicht liegt das ja daran, dass der Komiker Jón Gnarr und Chef der (Ex-?) Spaßpartei „Beste Partei“ sein Amt als neuer Bürgermeister von Reykjavík ernster nimmt, als die Populistin Politikerin Frau Orosz? Mir jedenfalls scheint die Dresdner Debatte ein sehr oberflächlich, halbherzig und lieblos gestalteter Testballon zur E-Partizipation in Dresden zu sein.

Kennt jemand weitere Foren, Blogs etc. in denen gerade über die Dresdner Debatte diskutiert wird?

4 thoughts on “Dresdner Meta-Debatte

  1. was mich wundert, ist die Gleichgültigkeit mit der hier eine Verschiebung der Politik hingenommen wird: Die Orosz ist ja Bürgermeister, weil sie dazu gewählt wurde. Wenn nun aber in so einem moderierten Prozess über die Politik in der Stadt entschieden wird, so frage ich mich, wer den Veranstaltern dieses Prozesses überhaupt politische Legitimation zugesprochen hat.

    Mit anderen Worten: Wenn im Forum der Dresdner-Debatte von der Moderation bestimmte Beiträge beachtet, hervorgehoben, miteinander in Beziehung gesetzt und andere ignoriert, fallengelassen (oder gar gelöscht, wer weiß das schon?) werden, so ist das für mich ein Eingriff in die Debatte um den Neumarkt, wenn nicht sogar eine Täuschung. Niemand, kein Bürger und keine Bürgerin hat diese Form der Moderation gewählt. Mit welcher Legitimation erfolgt also dieser Eingriff in die Politik?

    • Naja, die zum OB gewählte Orosz hat ja mit ihrer Wahl auch den Auftrag bekommen Politik zu machen. Dass sie diesen Auftrag an die Firma „zebralog“ weitergibt und es deren Angestellten und den Bürgern „überlässt“, sich über die Gestaltung des Neumarktes zu einigen, ist ungewöhnlich, aber scheint mir im Großen und Ganzen legitim.

      Völlig recht gebe ich Dir, was die Details angehen: Wer weiß denn, nach welchen Kriterien in diesem Forum Beiträge veröffentlicht, bewertet, verschoben, gelöscht, etc. werden? Wer weiß, welche Vorschläge aus welchen Gründen bei der Gestaltung des Neumarktes später tatsächlich berücksichtigt werden und welche Vorschläge von „vornherein“ unter den Tisch fallen? Ich finds ziemlich intransparent.

Comments are closed.