Von Tomaten und Piraten

Versteckt hinter Rosenstrauch und Distelkraut liegt die kleine Tomatenplantage.

Nicht ganz legal reifen auf einer Brache in Dresden-Löbtau seit einem Monat ein paar Tomaten. Denn Gott Lob hat uns der Grundstücksnachbar, der uns beim Pflanzen “erwischte”, darüber aufgeklärt, dass uns das Land, das wir da gerade umgegraben hatten, ja gar nicht gehört. Noch bevor ich ihn fragen konnte, was er mit “gehören” meint, kam mir seine schnelle Linke zuvor, der ich allerdings mühelos ausweichen konnte: Er: “Und überhaupt, was pflanzen Sie denn da eigentlich?” – Ich: “Tomaten.” – Er (mein Gesicht mit zusammengekniffenen Augen musternd): “Tomaten, ja?”  …

Nach einem Monat blühen die Pflanzen nun zum dritten Mal.

Nachdem meine Mitbewohnerin und ich seit vier Wochen 2x täglich zum Gießen in unseren Tomatenwald radeln, hat sich der Nachbar scheinbar an uns und die Tomaten gewöhnt: Heute früh begann er über die Mauer, die sein Grundstück von der Brache trennt, ein obligatorisches Gespräch über das Wetter und fragte mich, ob SIE denn bald reif wären. Auch wenn es damit noch etwas dauern wird, so ist es doch ganz schön zu sehen, dass sein Misstrauen in uns gärtnernde Landpiraten geschwunden ist.

Mehr lesen über “Guerilla Gardening” und Gemeinschaftsgärten?

0 Response to “Von Tomaten und Piraten”


  • No Comments

Leave a Reply