Nicht ganz legal reifen auf einer Brache in Dresden-Löbtau seit einem Monat ein paar Tomaten. Denn Gott Lob hat uns der Grundstücksnachbar, der uns beim Pflanzen “erwischte”, darüber aufgeklärt, dass uns das Land, das wir da gerade umgegraben hatten, ja gar nicht gehört. Noch bevor ich ihn fragen konnte, was er mit “gehören” meint, kam mir seine schnelle Linke zuvor, der ich allerdings mühelos ausweichen konnte: Er: “Und überhaupt, was pflanzen Sie denn da eigentlich?” – Ich: “Tomaten.” – Er (mein Gesicht mit zusammengekniffenen Augen musternd): “Tomaten, ja?” …
Nachdem meine Mitbewohnerin und ich seit vier Wochen 2x täglich zum Gießen in unseren Tomatenwald radeln, hat sich der Nachbar scheinbar an uns und die Tomaten gewöhnt: Heute früh begann er über die Mauer, die sein Grundstück von der Brache trennt, ein obligatorisches Gespräch über das Wetter und fragte mich, ob SIE denn bald reif wären. Auch wenn es damit noch etwas dauern wird, so ist es doch ganz schön zu sehen, dass sein Misstrauen in uns gärtnernde Landpiraten geschwunden ist.
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- Sehr anregender Artikel über Gärtnern in Gefängnissen, Foucault und Neoliberalismus: It takes a garden: Cultivating citizen-subjects in organized garden projects von Mary Beth Pudup
- Gemeinschaftsgärten in Berlin – Dissertation von Marit Rosol
- Etwas philosophischer betrachtet: “Im Garten des Epikur” von Christian Hoffman in der “Wiener Zeitung”
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