Über öffentliche Güter, private Übel, Straßen und Soziale Arbeit

Über den Jahreswechsel habe ich mit dem Bus ein paar Ausflüge in und um Dresden gemacht. Dabei fielen mir auf der Grundstraße – der stark befahrenen sächsischen Staatsstraße 167 im Dresdner Osten – dutzende von Plakaten auf, mit denen Anwohner gegen Gebühren protestieren, die sie für den Ausbau der Straße bezahlen sollten. Ich stieg aus und sah mir die Sache mal von Näherem an. Folgendes Plakat hat dabei als erstes meinen Blick gefangen:

Global denken, lokal protestieren

Global denken, lokal protestieren

Da vor dem Haus gerade ein Mann auf dem Bürgersteig Schnee schippte, habe ich ihn gefragt, … Continue reading

Congrats, Mrs. Ostrom!

Ha, zum ersten Mal ist es eine Frau, die den Wirtschaftsnobelpreis bekommt! Frau Elinor Ostrom ist mir vor allem durch Ihre großartigen Untersuchungen zu Allmenderessourcen ein Begriff geworden, mit denen sie den Neokons und deren gebetsmühlenartigen Beschwörungen von Hardins „Tragik der Allmende“ und den daraus folgenden Forderungen nach Privatisierung von möglichst Allem, schön die Butter vom Brot nimmt. Es lebe die Allmende, deren Verfassung und Erforschung!

Besonders schätze ich die Art, mit der sie sich der Erforschung von Wäldern, Bewässerungssystemen und Fischbeständen gewidmet hat. Neben zahlreichen Experimenten, die sie im Labor durchgeführt hat, um herauszubekommen, wie es Menschen schaffen, ein Kollektivgut herzustellen und zu erhalten, hat sie auch immer wieder Feldforschungen betrieben um zu erfahren, wie es Menschen z.B. in Nepal schon seit Jahrtausenden gelingt, ihren Gemeindewald nachhaltig zu bewirtschaften oder, warum es Bauern in Sri Lanka nicht hinbekommen, ihre Felder gemeinschaftlich zu bewässern.

Nur durch solch ein Schauen auf die Akteure scheint es mir ansatzweise möglich, Wirtschaft vom Menschen her zu denken und nicht – wie es in der momentan dominanten Marktwirtschaft getan und gefordert wird – andersherum der Wirtschaft alle anderen Werte zu opfern.

Einen interessanten Lebenslauf von Frau Ostrom kann man an dieser Stelle finden und eine in 10 Minuten lesbare Zusammenfassung ihres bekanntesten Werkes „Governing the commons“ findet der geneigte Leser hier.