Wird die Revolution mit Social Software aggregiert? – Teil 3 von 4

Nach den eher vorsichtigen Einschätzungen zum politischen Potential von Social Media in Teil 1 und Teil 2 der Reihe “Wird die Revolution mit Social Software aggregiert?” ist es nun an der Zeit zu schauen, unter welchen Umständen Online-Aktionen doch politische Auswirkungen auf die „reale“ Welt haben können.
Eine Aktion, von der ich glaube, dass sie die Möglichkeiten eines erfolgreichen und in der „Realität“ wirkenden Social Media-Engagements illustriert, ist die “ZyprexaKills”- Kampagne. Der folgende, dieser Kampagne gewidmete Beitrag ist etwas ausführlicher geraten, da er sich einerseits auf Bossewitchs Untersuchung dieser Kampagne bezieht und andererseits Resultate eigener Recherchen enthält.

Die “Zyprexakills”-Kampagne

Einleitung

Im Dezember 2006 berichtete die New York Times über interne Notizen der Firma „Eli Lilly and Company“, die einem Gericht vorlagen und aus denen hervorging, dass das Unternehmen jahrelang schwere Risiken seines Schizophrenie-Medikaments Zyprexa gegenüber Öffentlichkeit und Ärzten verheimlicht bzw. heruntergespielt hatte um den Verkauf dieses Präparates zu steigern. Weiterhin ging aus den Notizen hervor, dass die Firma versucht hatte, Ärzte zu überzeugen, das Präparat auch gegen Krankheiten zu verschreiben, für die es nicht zugelassen war.

Forderungen der Kampagne

Ziel der sich drauf hin bildenden “ZyprexaKills”-Kampagne war es, einer möglichst breiten Öffentlichkeit diese Notizen, die u.a. aus firmeninternen E-mails, Anweisungen und Aussagen über die Gefahren des Medikaments „Zyprexa“ bestanden, zugänglich zu machen. Die in den firmen-internen Notizen enthaltenen Informationen über die mitunter schweren Nebenwirkungen des Medikamentes waren für die meisten Betroffenen und Ärzte bis zu diesem Zeitpunkt unzugänglich. Weiter sollte damit bekannt gemacht werden, dass die Firma diese Nebenwirkungen trotz besseren Wissens seit Jahren vor der Öffentlichkeit verheimlicht hatte und versuchte hatte das Medikament „Zyprexa“ auch bei Krankheiten, für die es nicht zugelassen war, abzusetzen.

Verlauf

Kurz nach der Veröffentlichung der Berichte über die Praktiken der Firma „Eli Lilly and Company“ in der New York Times setzte sich ein Anwalt, der diese internen Dokumente der New York Times übermittelt hatte und dem die firmen-internen Notizen vollständig vorlagen, dafür ein, diese firmen-internen und für „Eli Lilly“ kompromittierenden Dokumente vollständig zu veröffentlichen.

Die Veröffentlichung sollte auf eine Art und Weise geschehen, die es schwer machen sollte, die Informationen wieder aus der Öffentlichkeit verschwinden zu lassen. Also sorgte dieser Anwalt dafür, dass möglichst viele Internetaktivisten Zugang zu den Aktennotizen bekamen. Dazu heißt es bei Bossewitch:

Kurz nachdem die erste Welle der „New York Times“-Stories der Öffentlichkeit bekannt wurde, tauchten im Internet … elektronische Kopien der Dokumente auf. HTTP, FTP, Tor, Freenet, Bittorrent, Usenet und freie File Sharing Anbieter wurden genutzt um diese Ressourcen schnell und anonym zu verbreiten. Eine Ad-hoc Gemeinschaft leidenschaftlicher Aktivisten und Bürger-Journalisten begann sich um den Skandal zu organisieren und schuf rasch eine offene Mailingliste und ein öffentlich editierbares Wiki. … Die Gemeinschaft begann die Angelegenheiten rund um Lillys illegales Verhalten kritisch zu analysieren und verfolgte die Bemühungen das Material weltweit zugänglich zu machen. Viele der Beitragenden nutzten das Tor-Programm während sie das Wiki editierten um so Ihre Anonymität zu wahren.1

Die genauen Umstände unter denen die Dokumente in das Internet gelangten und die Anzahl der Personen, die sich an der Kampagne beteiligten, sind, wie bereits erwähnt, unklar, was vor allem auf die Anonymität der Personen, die sie veröffentlichten zurückzuführen ist (wenn man nicht weiß, wer die Personen sind, die die Dokumente veröffentlicht haben, kann man auch nur schwer herausfinden, wie viele es sind und wie sie das getan haben).
Wichtig war es den Teilnehmern der Kampagne, diese Webseiten auf denen die Aktennotizen zum Download bereitsstanden, möglichst dezentral zu organisieren, so dass im Falle der befürchteten Abschaltung einer oder mehrerer der Seiten noch andere Quellen existierten. So wurden viele Blogs und ein Wiki eingerichtet – wie oben beschrieben auch anonym um sich vor einer eventuellen Strafverfolgung zu schützen -, welche die belastenden Dokumente veröffentlichten. Alle so erstellten Seiten wurden mit dem Tag “ZyprexaKills” versehen. Die firmen-internen Dokumente konnten so durch Eingeben des Begriffs in eine Suchmaschine gefunden werden und mussten nicht an einer zentralen Stelle verlinkt werden.

Es bildeten sich einige Blogs, auf denen über die internen Notizen und deren Veröffentlichung diskutiert wurden. Auch einige Organisationen (z.B. Patientenorganisationen) schlossen sich den Diskussionen an, indem sie auf ihren Internetseiten auf die Veröffentlichung der Notizen hinwiesen.

Daraufhin wurden die Betreiber der Seiten, welche die Dokumente hosteten, von „Eli Lilly“ abgemahnt und es kam zu Gerichtsprozessen. Obwohl die eigentliche Beschaffung der Aktennotizen gerichtlich als illegal bestätigt wurde, wollte das Gericht deren Veröffentlichung im Internet nicht mehr rückgängig machen, da dies

„das Gericht in den Versuch einbeziehen würde, ein ständig expandierendes Universum derjenigen zu kontrollieren, die durch die ursprüngliche Verletzung [des Gerichtssiegels] Zugang [zu den Dokumenten] haben oder haben werden. Dass eine derart starke richterliche Verfügung effektiv durchgesetzt werden könnte ist zweifelhaft.
Selbst wenn die Durchsetzung möglich wäre, sollte das Risiko der Einschränkung der freien Rede aus Gründen der politischen Strategie vermieden werden, so es möglich ist.“ 2

Folgen, Ergebnisse

Die Veröffentlichung der internen Dokumente, die „Eli Lilly and Company“ belasteten, ist im Rahmen der „ZyprexaKills-Kampagne“ tatsächlich gelungen. Auch wenn diese Dokumente nicht mehr von dem Wiki der Kampagne und nur noch eingeschränkt von anderen in den USA gehosteten Seiten aus verbreitet oder verlinkt werden, ist es ein Erfolg der Kampagne, dass sich diese Dokumente nach wie vor recht einfach im Internet finden lassen.
Positiv ist auch zu sehen, dass sich „Eli Lilly and Company“ nach Diskussionen mit der FDA entschloss, Hinweise auf einige der bisher verschwiegenen Nebenwirkungen auf die Verpackung des Medikamentes zu drucken.3
Außerdem kam es Anfang des Jahres 2007 zu einer Kongress-Anhörung von Experten zum Thema „Die Angemessenheit der FDA um die Sicherheit der Medikamentenversorgung der Nation zu garantieren“.
Die finanziellen Folgen der Veröffentlichungen in der New York Times bestanden in einem Wertverlust von 3,49 US-$ pro Aktie (entspricht 6,4%) für „Eli Lilly and Company“, was einem Marktverlust von 3,5 Milliarde US-$ entspricht4 und dazu führte, dass „Eli Lilly and Company“ auch von Aktionären verklagt wurde, die sich Ihrer Gewinne durch die Geschäftspraktiken der Firma beraubt sahen.

Ob die an der ZyprexaKills-Kampagne beteiligten Personen und Organsiationen jedoch langfristig zu den Gewinnern der Kampagne gehören werden, bleibt offen. So fällt z.B. auf, dass „Eli Lilly and Company“ weltweit die Preise für Zyprexa erhöhte und auf diese Art und Weise die durch den Zyprexa-Skandal zurückgehenden Einnahmen kompensieren kann.56

Auch ist unklar, ob die oben genannten Folgen (Gerichtsprozesse, Anhörungen im Kongress…) durch die „ZyprexaKills-Kampagne“ oder durch die Berichterstattung in den Mainstream-Medien ausgelöst wurde. Wie auffällt, gingen die Berichte in den Mainstream-Medien der „Zyprexakills-Kampagne“ voraus. Die Kampagne war also eher Folge der Berichterstattung der Mainstream-Medien als deren Auslöser.

Unter Bezugnahme auf die Anhörung vor dem Kongress und die Gerichtsverhandlungen über die Marketingpraktiken der Firma „Eli Lilly and Company“ bemerkt auch Bossewitsch bescheiden:

Es ist unmöglich, zu demonstrieren, dass die Untersuchungen durch die zusätzliche Aufmerksamkeit der Medien ausgelöst wurde, welche die „ZyprexaKills“-Kampagne erregte, aber man kann sicher sagen, dass diese zusätzliche Aufmerksamkeit dem Fall nicht schadete.“7

Was jedoch hat Social Media mit all dem zu tun?

Da die verwendeten Social Media – Werkzeuge auch durch Laien sehr leicht und kostengünstig zu bedienen waren, konnten die Dokumente mittels Social Media von vielen Akteuren so weit verbreitet werden, dass eine Rücknahme der dabei entstehenden Informationen unmöglich wurde. Weiterhin gestattete es die verwendete Software einigen der Aktivisten anonym zu bleiben – eine Maßnahme, die die nachträglichen Kosten des Engagementes (Strafverfolgung) senkten.

Indem Social Media eine dezentrale Organisation von Aktivitäten gestattet, konnten Versuche, einzelne Personen oder Organisationen an der Veröffentlichung der Dokumente zu hindern, umgangen werden.

Es kommt also dann zu wirkungsvollem politischen Online-Engagement, wenn dieses Engagement einfach und kostengünstig und gegebenenfalls auch dezentral praktiziert werden kann.

Die Leistung der Werkezuge von Social Media in der ZyprexaKills-Kampagne liegt vor allem darin, dass sie es ermöglichten, die Aufmerksamkeit einer sehr großen Öffentlichkeit auf Informationen zu lenken, die nach dem Interesse einer privaten Institution nicht öffentlich sein sollten. Die Informationen über die Nebenwirkungen des Medikaments kann als öffentliches Informationsgut betrachtet werden, welches durch die „ZyprexaKills-Kampagne“ geschaffen wurde.

Diskussion

Ohne Zweifel ist die „ZyprexaKills-Kampagne“, ähnlich wie der von Häyhtiö und Rinne vorgestellte aktionistische Ansatz der finnischen Tierschützer, ein erfolgreicher Versuch um die Öffentlichkeit auf Konflikte zwischen öffentlichen und privaten Interessen aufmerksam zu machen. Die ZyprexaKills-Kampagne diente nicht nur dazu Forderungen nach Durchsetzung bestimmter Ziele an die Träger der Politik (Gesetztgeber, Verwaltung) zu stellen oder gerichtlich durchzusetzen, sondern sie umging diese Institutionen und setzte ihre Forderung nach Veröffentlichung der Dokumente selbst um, indem Sie sich der Möglichkeiten zur Veröffentlichung bediente, die Social Media zur Verfügung stellt.

Meines Erachtens ist für die Motivation zur Beteiligung an solchen Aktionen entscheidend, dass Akteure mit geringen persönlichen Kosten einen potentiell großen persönlichen Nutzen erreichen können. Wie der persönliche Nutzen der Beteiligten einer Aktion wie der ZyprexaKills-Kampagne aussieht (der Wunsch es einer großen Firma mal so richtig zu zeigen, Ausdruck ethischer Bedenken, die Hoffnung die Welt zu verbessern … ) ist mir momentan noch völlig unklar und bedarf weiterer Untersuchungen.

Unabhängig vom persönlichen Nutzen deutet das Beispiel der „ZyprexaKills-Kampagne“ jedoch darauf hin, dass Social Media dabei helfen kann, öffentliche Interessen gegenüber privaten Interessen durchzusetzen indem es öffentliche Informationsgüter schafft.
Das kann selbst dann (oder gerade weil?) geschehen, wenn die Informationen privat sind und, wie im Falle der vorgestellten Kampagne, von privater Seite einer Veröffentlichung entgegengearbeitet wird.

Dass die Produktion solcher zweifellos wichtiger Informationsgüter nicht das Ziel eines wie auch immer gearteten politischen Engagementes sein kann, sondern nur ein Ausgangspunkt für weitere Aktionen, darauf weißt der immer sehr kritische Mejias in seinem Posting „Rebellion by Numbers“ hin.

Jeder der an sozialem Wandel interessiert ist, sollte meines Erachtens die Arten von Aktionen genauer untersuchen in die Information beim Kommunizieren gewandelt wird.

Wie wahr diese Feststellung ist, zeigt sich, wenn man sich bewusst macht, dass „Eli Lilly“ die finanziellen Folgen der Kampagne oder weiterer Imageschäden durch Preiserhöhungen zu kompensieren versucht und das auch erfolgreich praktiziert.

Was ist es also, dass Akteure von politischem Online-Engagement erwarten und welche dieser Erwartungen können durch das Engagement tatsächlich erfüllt werden? Das kann eigentlich nur eine Befragung klären und die durchzuführen scheue ich mich aus Zeitgründen gerade sehr.

Allerdings werde ich im nächsten und letzten Beitrag der Reihe “Wird die Revolution mit Social Software aggregiert?” schauen, wie Social Media in der Lokalpolitik genutzt wird. Konkret wird es um die Verwendung von Social Media in den Diskussionen um den Bau der Dresdner Waldschlößchenbrücke gehen. Ausserdem werde ich versuchen die bisherigen Erkentnisse dieser Reihe zum Einsatz von Social Media als politisches Werkzeug zusammenzufassen.

  1. Bossewitch (2008) – „The ZyprexaKills Campaign: Peer Production and the Frontiers of Radical Pedagogy“ S. 4 []
  2. UNITED STATES DISTRICT COURT, EASTERN DISTRICT OF NEW YORK (2007) – Memorandum, Final Judgment, Order & Injunction regarding continuing the anti-dissemination injunctions. S. 74 []
  3. New York Times (05. Okt. 2007) – “ Lilly Adds Label Warnings for Mental Drug Zyprexa“ []
  4. Shareholder Class Action Filed Against Eli Lilly and Company by the Law Firm of Schiffrin Barroway Topaz & Kessler, LLP oder hier: Lilly’s Worst Zyprexa Nightmare comes True []
  5. Tödliche Nebenwirkungen? Umstrittenes Medikament bringt satte Gewinne []
  6. New York Times (31. Jan. 2008) – „Lilly Considers $1 Billion Fine to Settle Case“ []
  7. Bossewitch, S. 5 []

Open source and social psychiatry

Open source and social psychiatry – what have these terms to do with each other??? Have I finally gone crazy?

While there is a relatively short answer to the last question, it will need a whole long posting to only try to outline a thought that brings open source and social psychiatry together. Instead of a foreword have a quick look at the above Wikipedia links to get a remembrance on what those both terms are about.

Ready? Okay, then let’s have a short look into history:
The phenomenon of the support groups (German: Selbsthilfegruppen) emerged in the so called western world in the 1960ies. Many people with similar problems managed to find each other, organise meetings and talk openly with each other about their sufferings as it never had been witnessed before. If you got cancer, finally you weren’t alone anymore (with a doctor and your family, that is). If you were an alcoholic who wanted to stop drinking, there was besides the drinking buddies you couldn’t talk to about that (in fact you couldn’t talk to them about much) suddenly another circle of people who were as ashamed as you about your habit and as determined as you to finally stop it.

And, though it became possibly not always quite obvious why, support groups did good to the people. Diseased people who participated in a support group were less afraid of their diseases, felt less depressed, more involved in the treatment, better prepared for special treatment or just better. The effectiveness of a professionally led support group for men with prostate cancer
By the time the Internetwas invented support groups even worked via that medium, also with success for their participants. Evaluation of an Internet Support Group for Women with Primary Breast Cancer

Support groups became in fact that successful and popular that discussions arose to make them part of professional health care. Selbsthilfe und PatientInnenorientierung im Gesundheitswesen – Abschied von der Spaltung zwischen Professionellen und Selbsthilfe?
Not to extra mention here that support groups heal their participants usually without receiving any moneys from health care insurance systems, and thus are extremely cheap from that insurance point of view.

Since support groups were so popular it
wouldn`t be logical if there hadn’t been any for people with mental problems wouldn’t it? Of course, so there they were and those support groups were even more special than the usual ones. And though documentation of the existence of single support groups of that preInternet age is rare to be found online, it looks as if the first „mental health“ or „users of psychiatry“ support groups of Western-Germany started growing in 1970. Selbsthilfe für Patienten – Wie die Selbsthilfe entstanden ist

So what now is so special about those support groups? Let’s have a look at what they aim at: besides all the conventional good things that can be achieved by a support group (personal well being, health – see above), some mental health support groups started to demand a different treatment. Not only that, but a different point of view towards their unnormality. And not only by psychiatrists, doctors or other qualified personnel but by society in general. Some people who suffered on mental health problems thought that the worst single thing they were suffering on was actually the way other people treated them and that only the way they were treated in hospital was enough to call it a day or at least to avoid anything that made them go there again. Many thousand people who were considered mentally abnormal were killed by doctors during the nazi regime. And even in post war Germany users of psychiatry were kept in cage beds and forced medication was part of the therapy. To put it in a nutshell: psychiatric hospitals were a big mess until the 1980ies. Geschichte der Psychiatrie Some contemporary scientists were bright enough to find out about that, e.g. Goffman who coined the term of the total institution for psychiatric hospitals as well as for prisons.

So, in those support groups people with mental problems finally tried to change the policy that was directed at them and that was behind the bad treatment they experienced. They developed a very critical attitude towards psychiatry, often even an anti-psychiatric one. In fact by forming support groups they themselves developed a policy of how to act and react a) towards their unusual inner experiences and b) towards treatment from doctors, family members (who often felt not much less alienated facing the mental disease than the people actually suffering on it) and society. They demanded a status as experts for psychiatric problems. And: they did not only want to be cured – they wanted to cure anybody else as well.
So while e.g. cancer support groups tried to get a grip on the immediate problems that were linked with the cancer disease, many mental health support groups in Western-Germany tried to fight the treatment and the social stigma that was linked with being a psycho.

Imagine the Alcoholics Anonymous not only trying to get clean but asking the society for a better understanding and a broader social acceptance of their addiction. Imagine them demanding an un-stigmatisation of alcohol and alcoholism. They would try to change laws and maybe they would fight against laws that don’t allow kids to drink alcohol. Their argument could be that such a law makes people afraid of alcohol and of alcoholics from childhood on. Might be that the ones who take it very serious would ask for a „Do drink and drive“ programme. But for sure many would work towards a society that respects their addiction and their dignity as alcoholics.

Sounds strange but that is exactly what the anti-psychiatric support groups for people with mental health problems did and do. And what is true for other support group also applies to them: they succeeded and they do their participants good: The situation in German hospitals has become better since cage beds are illegal and corridors have become broader and cleaner. But the point and main success of these support groups is that besides the hospitals there are finally other possibilities of getting help for those people in need.

There are e.g. the so called Weglaufhäuser (run-away houses) in many German cities. They are used by people who need psychiatric treatment but want to avoid a hospital since their past experiences in there were too bad. There they can receive alternative treatments.
Another great example of how the anti-psychiatric support groups have succeeded in dragging respect and dignity for people with mental disorders out of the society is the existence of the Psychoseseminar. This is a place where people with mental problems and mental problem professionals meet on equal height. The thought behind this is that only people who suffer on mental problems know what this is like and what could possibly help them to get better and by letting them narrate about those experiences and really listening to them a better understanding of what mental problems are can be achieved.
So. What has this to do with open source, now? I`ll explain, just let me add one more stroke of the brush to the picture:


By the time social psychiatry has embraced many of the advances those groups have worked for. In
German social psychiatric health care there is a more diverse landscape today than 30 years ago. In fact there was hardly social psychiatry 30 years ago.


For those in need there are indeed different offerings they can choose from:
day centres, ambulant psychiatric treatment, assisted living and so on. And there are the small, independent from the professional health care system, user-driven projects like the above mentioned Psychoseseminare or Weglaufäuser.

Now. What is the relation to open source? All right, all right. Let’s have a look again at how open source is defined:

  1. The source code of the software must be public. This means that the know-how of the project must be published somewhere so that it is easily accessible and understandable.
  2. The software and the source code may be freely copied, distributed and used.
  3. The software and the source code may be freely changed and made accessible in it’s changed.

And as Eric Raymond wrote: Every good work of software starts by scratching a developer’s personal itch. Meaning they miss a certain function or tool or thy „suffer“ under a malfunctional software.


And now compare ot to anti-psychiatric initiatives:

  1. Those groups are open for others who are interested and joining them means that new members receive all the knowledge (the source code) that group has gained so far. From early stages on the psychiatry critic or anti-psychiatric initiatives tried to attract as much attention as possible on what they saw are their problems. This was and is only possible by an active information policy that happened via word of the mouth or flyer’s that were printed and given to interested ones. Nowadays many initiatives have a web page.
  2. Everybody interested can join a initiative or support group, become personally engaged there and use the support and engagement of the others.
  3. Thanks to the documentation of how to set up a Psychoseseminar, others can try to establish one in their town as well. So all achieved and documented changes to the system of psychiatry can be used for personal or other public interests.

And in addition there are more similarities between Open Source and Anti-Psychiatry (may I call it Open Psychiatry?):

  • flat hierarchies
  • if a contributor becomes unhappy about the project she or he co-works in he can just leave it and set up a new project, (which is called „forking“ in software developers terms)


I am not saying that psychiatry or social psychiatry is in a very good shape
in today’s Germany. Still it is very hard for people to get the treatment they need and want or a treatment at all. I am not saying that all stigmas and problems of people who are having unusual mental experiences are solved or will be by anti-psychiatric initiatives or support groups who are critic towards psychiatry. I am also not saying that all the small successes that we can see today compared to the situation 20 years ago have been achieved by those groups alone. No, of course also psychiatrists and other scientists have their share. And I am also not saying that there should or will be only anti-psychiatric groups in the future.

But I think as there is the giant Windows and there is the dwarf Linux there is psychiatry and there is anti-psychiatry. And similar to the way Linux is developed in the virtual world a more human view and approach towards mental health has been and will be developed in the real world. Both Windows and Linux are used by different people (though some people even use both for different tasks) and both have their flaws. But without Linux the danger to have only ONE monopolistic and bad operating system is very high. And I think the same would be true for a psychiatry without anti psychiatry.

Of course this theory is only a rough approach to the topic and needs deeper analysis and research, which this posting can only be a basis for.